- Getestet: Marburg, Frankfurt, Lindau, Warnemünde und die Bastei als STL aus amtlichen LoD2- und DGM1-Daten, geschnitten in PrusaSlicer 2.8.1.
- Ergebnis: alle Modelle geschlossen, keine offenen Kanten, ohne Reparatur geschnitten; Druckzeiten zwischen knapp 11 und rund 37 Stunden.
- Befunde: winzige lose Stellen unter 1 mm² in Frankfurt und an der Bastei, ein 250-mm-Modell passt nicht auf jedes Druckbett, Ufer und Küste funktionieren.
- Echter Druck: ein Marburger Plattenmodell in schwarzem PLA.
- Grenze: in Altstädten steht ein Teil der Häuser als vereinfachter Block, in Marburg 39 %.
Wie haben wir getestet?
Die Modelle kommen aus dem 3D-Druck-Export von DEUKOS, also aus derselben Rechnung, die Du über die Karte auslöst. Gebäude stammen aus den amtlichen 3D-Gebäudemodellen (LoD2) der Länder, das Gelände aus dem Geländemodell DGM1 im 1-m-Raster. Jede Datei ist ein geschlossener Körper mit Sockel, in Millimetern und in festem Maßstab.
Geschnitten haben wir mit PrusaSlicer 2.8.1 ohne Bedienoberfläche: 0,4-mm-Düse, 0,2-mm-Schichten, 3 Perimeter, 15 % Gyroid-Füllung, ohne Stützen, mäßige Geschwindigkeiten. Das ist bewusst kein Profil eines bestimmten Druckers, auch nicht der Prusa MK4. Die Zeiten unten sind deshalb Größenordnungen.
Ausgewertet haben wir das Ergebnis des Slicers, den G-Code, und nicht nur seine Meldungen:
- Schwebende Inseln: Für jede Schicht prüft ein eigenes Werkzeug, ob gedrucktes Material auf etwas darunter liegt. Was in der Luft beginnt, zählt mit Fläche und Höhe.
- Druckzeit und Material laut Slicer.
- Bilder: Draufsicht und Seitenansicht, gezeichnet aus den Bahnen des G-Codes. Ohne Bild gilt ein Test bei uns als nicht bestanden.
- Schichtprobe: Unabhängig vom Slicer schneidet ein zweites Werkzeug das Modell in 0,2-mm-Schichten und prüft je Schicht, ob sich geschlossene Flächen ergeben.
Damit die Prüfung nicht nur „grün“ meldet, haben wir sie mit einem absichtlich schwebenden Würfel gegengeprüft. Alle drei Stellen haben ihn erkannt: der Slicer („Floating object part“), die G-Code-Auswertung (eine Insel, 36 mm², in 10,2 mm Höhe) und die Schichtprobe.
Welche Orte haben wir gewählt, und warum?
- Marburg, Schlossberg und Altstadt, 300 m: steiler Hang, enge Gassen, viele kleine Häuser. Derselbe Ausschnitt wurde auch gedruckt.
- Frankfurt, Römerberg, 750 m auf 250 mm: die größte erlaubte Kante, 1.470 Gebäude, dazu der Main.
- Lindau, Insel, 400 m: Ufer und Hafen.
- Warnemünde, 400 m: Küste und Alter Strom.
- Bastei im Elbsandsteingebirge, 400 m: Felsen mit steilen Wänden und die Basteibrücke.
- Bamberg, Lübeck, Freiburg, je 300 m: nur gerechnet, nicht geschnitten, um Modellhöhe und Anteil echter Dachformen zu sehen.
Was kam heraus?
| Ort | Modell (mm) | Druckzeit Mesh / Platten | Material | schwebend | Slicer-Warnung | echte Dachform |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Marburg, 300 m | 200 × 200 × 87 | rund 31 h / rund 33,5 h | 419 / 437 g | 0 / 0 | keine | 61 % (324 von 529) |
| Frankfurt, 750 m | 250 × 250 × 35 | je rund 24 h | 290 / 288 g | 2 Stellen, 0,7 und 0,5 mm² | „Loose extrusions“ | 71 % (1.039 von 1.470) |
| Bastei, 400 m | 200 × 200 × 111 | rund 37 h | 537–547 g | Mesh: 2 Stellen, zusammen 0,8 mm²; Platten: 0 | keine | 33 von 37 |
| Lindau, 400 m | 200 × 200 × 20 | rund 11,5 h (Mesh) | 158 g | 0 | keine | 99 % |
| Warnemünde, 400 m | 200 × 200 × 22 | knapp 11 h (Mesh) | 142 g | 0 | keine | 100 % |
| Bamberg / Lübeck / Freiburg, je 300 m | 29 / 30 / 81 mm hoch | nicht geschnitten | – | – | – | 99 / 99 / 94 % |
Alle geschnittenen Modelle waren geschlossen (manifold), ohne offene Kanten und ohne Reparatur druckbar; die Schichtprobe war bei allen ohne Befund. Die Druckzeit folgt vor allem der Modellhöhe: Die flachen Küstenorte mit 20 bis 22 mm brauchen rund 11 Stunden, die Bastei mit 111 mm rund 37.
Wie sehen Mesh und Platten im G-Code aus?
Am Marburger Schlossberg ist der Unterschied am deutlichsten. Das Mesh folgt dem amtlichen Geländemodell im 1-m-Raster, jede Böschung und Terrasse ist zu sehen. Die Platten schneiden dasselbe Gelände in gleich hohe Stufen. Die Gebäude sind in beiden Varianten gleich.
Was bedeuten die losen Extrusionen in Frankfurt?
Frankfurt war der härteste Fall: 750 m Kante, 1.470 Gebäude, Maßstab 1:3.000. Der Slicer meldete „Loose extrusions“, die G-Code-Auswertung fand zwei schwebende Stellen mit 0,7 und 0,5 mm². Bei der Bastei waren es im Mesh zwei Stellen mit zusammen 0,8 mm², im Plattenmodell keine.
Drucktechnisch ist das unkritisch: 1 mm² entspricht einem Quadrat von 1 × 1 mm, bei einer Modellfläche von 250 × 250 mm. Im Prüfbericht sind solche Stellen noch nicht eigens ausgewiesen.
Was passiert an Ufer und Küste?
Hier war die Frage, ob der Export abbricht. Er bricht mit einer Erklärung ab, wenn das Geländemodell im Bereich keine Höhen hat, etwa über offenem Wasser. In Lindau und Warnemünde hat das amtliche DGM1 aber auch über dem Wasser Höhenwerte. Beide Modelle ließen sich bauen und schneiden, ohne schwebende Teile; das Wasser liegt als flache Fläche im Modell.
Was passiert, wenn das Gelände steil wird?
Ein Modell muss in den Bauraum passen. Der Export hält es deshalb 5 mm unter der Bauhöhe des gewählten Druckers, das Standardmodell unter 200 mm. Bei „Aufs Druckbett maximieren“ wird ein Modell in steilem Gelände automatisch kleiner, und der Prüfbericht vermerkt das. Bei festem Maßstab verkleinert der Export nichts, er meldet stattdessen einen Maßstab, der passt. In einer Probe am Watzmann bei 1:3.000 und 150 mm Bauhöhe schlug er 1:4.000 vor; damit wurde das Modell 134 mm hoch und geschlossen.
Die Bastei zeigt, dass steiles Gelände allein den Bauraum selten sprengt: 400 m auf 200 mm im Maßstab 1:2.000 ergeben 111 mm Höhe. Von 37 Gebäuden haben 33 ihre echte Dachform.
Passt das Modell auf jedes Druckbett?
Nein, und das war der wichtigste Befund. Das Frankfurter Modell ist 250 × 250 mm groß. Der Slicer ohne Bedienoberfläche prüft das Druckbett nicht: Er hat das Modell auf einem Bett mit 250 × 210 mm geschnitten, obwohl es hinausragt.
- Passt: Bambu X1 und P1 (256 × 256 mm).
- Passt nicht: Prusa MK4 (250 × 210 mm), Creality K1 (220 × 220 mm).
Deshalb wählst Du beim Export Deinen Drucker aus einer Liste oder trägst die Maße Deines Druckbetts ein. DEUKOS legt die lange Seite des Bereichs auf die lange Bettseite und lässt 5 mm Rand. Auf einem 220-mm-Bett wird ein 750-m-Bereich so 215 mm groß, im Maßstab von rund 1:3.500; die Häuser sind dann dünner als 1,5 mm. Wer einen festen Maßstab will, wählt ihn direkt; passt er nicht aufs Bett, schlägt der Dialog einen passenden vor.
Hält das auch auf einem echten Drucker?
Ja, für das Modell, das gedruckt wurde. Beide Marburger Dateien, Mesh und Platten, ließen sich im Creality-Slicer öffnen und schneiden. Gedruckt wurde das Plattenmodell, in schwarzem PLA. Damit ist neben PrusaSlicer ein zweiter Slicer belegt. Die Dateien stammen aus dem Probelauf im September; den Ausschnitt haben wir mit der heutigen Fassung erneut geschnitten, wieder ohne Befund.
Schwarz auf weißem Tisch zeigt wenig. Die Fotos sind deshalb klassisch aufgehellt: Tiefen angehoben, Kontrast, Schärfe, Zuschnitt. Bildgeneratoren haben wir bewusst nicht benutzt; sie erfinden Details.
Fazit: Druckt das wirklich?
Für die fünf getesteten Orte ja: geschlossene Körper, keine Reparatur, keine schwebenden Teile von Bedeutung, ein echter Druck. Die Grenzen liegen woanders:
- Vereinfachte Häuser in Altstädten. Wo die amtlichen Flächen nicht schließen, steht ein Block aus Grundriss und Höhe: in Marburg 39 %, in Frankfurt 29 %, in Lindau und Warnemünde fast keiner.
- Große Bereiche werden fein. Bei 750 m Kante und Maßstab 1:3.000 sind Häuser dünner als 1,5 mm und brechen leicht.
- Das Druckbett. 250 mm passen nicht auf jeden Drucker; der Export rechnet deshalb mit Deinem.
- Keine Bäume, kein 3MF. Bäume wären bei 1:1.500 rund 0,2 mm dünn; getrennte Dateien für den Mehrfarbdruck gibt es noch nicht.
Was im Modell steckt, wie Du es druckst und was es kostet, steht auf der Seite Stadtmodell als STL für den 3D-Druck.
Häufige Fragen
- Mit welchen Slicer-Einstellungen wurde getestet?
- PrusaSlicer 2.8.1 ohne Bedienoberfläche, 0,4-mm-Düse, 0,2-mm-Schichten, 3 Perimeter, 15 % Gyroid-Füllung, ohne Stützen und mit mäßigen Geschwindigkeiten. Es war kein Profil eines bestimmten Druckers, auch nicht das der Prusa MK4. Die Druckzeiten sind deshalb Größenordnungen, keine Zusage für Deinen Drucker.
- Muss ich die STL-Datei vor dem Druck reparieren?
- In unserem Test nicht. Alle Modelle waren geschlossen (manifold), ohne offene Kanten, und der Slicer hat sie ohne Reparatur geschnitten. Lade die Datei als ein Objekt, damit der Slicer Gebäude und Gelände vereinigt, und lege den Sockel flach aufs Druckbett.
- Wie lange dauert der Druck eines Stadtmodells?
- Mit unseren Einstellungen zwischen knapp 11 Stunden für ein flaches Küstenmodell und rund 37 Stunden für die Felsen an der Bastei. Die Altstadt von Marburg mit Schlossberg brauchte rund 31 Stunden als Mesh und rund 33,5 Stunden als Plattenmodell. Den größten Einfluss hat die Modellhöhe.
- Passt ein 250-mm-Modell auf jeden Drucker?
- Nein. 250 × 250 mm passen auf Betten mit 256 mm Kante, etwa Bambu X1 und P1, nicht auf die Prusa MK4 (250 × 210 mm) oder die Creality K1 (220 × 220 mm). Beim Export wählst Du deshalb Deinen Drucker oder die Maße Deines Druckbetts, und DEUKOS passt das Modell daran an: mit „Aufs Druckbett maximieren“ oder in einem festen Maßstab, der aufs Bett passt.
- Warum sind manche Häuser nur vereinfachte Blöcke?
- Wo sich die amtlichen Flächen eines Gebäudes nicht zu einem geschlossenen Körper fügen lassen, setzt DEUKOS einen Block aus Grundriss und Höhe ein. In der Marburger Altstadt betraf das 39 % der Gebäude, am Frankfurter Römerberg 29 %, in Lindau und Warnemünde fast keines. Der Prüfbericht nennt die Zahl für jedes Modell.
Quellen
- Gebäude: 3D-Gebäudemodelle (LoD2) der Landesvermessungen von Hessen (Marburg, Frankfurt), Bayern (Lindau, Bamberg), Mecklenburg-Vorpommern (Warnemünde), Sachsen (Bastei), Schleswig-Holstein (Lübeck) und Baden-Württemberg (Freiburg); Gelände: Digitale Geländemodelle (DGM1) derselben Länder. Lizenz und Quellenvermerk je Land: Datenquellen & Lizenzen.
- Messung: Probeläufe vom 15.10.2026 mit PrusaSlicer 2.8.1, Einstellungen wie oben; Auswertung am G-Code und mit einer eigenen Schichtprobe.
- Bilder: aus dem G-Code gezeichnete Draufsichten und Seitenansichten, ein Bildschirmfoto des Creality-Slicers und Fotos des gedruckten Modells, nur klassisch aufgehellt.