Begriffe rund um amtliche 3D-Geodaten
Alphabetisch sortiert: ALKIS, LoD2, DGM1, IFC, CityGML und alle anderen Begriffe die in DEUKOS-Tutorials und Blog-Artikeln vorkommen.
- AdVArbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen
- Koordiniert die Standards für Geobasisdaten (ALKIS, LoD2, DGM1) zwischen den Vermessungsverwaltungen der 16 Länder; Bundesressorts sind beteiligt. Sie legt das gemeinsame Datenmodell fest und beschloss die bundesweite Umstellung auf ETRS89 (1991) und UTM (1995) — ohne diese Abstimmung, die seit 1948 läuft, gäbe es kein bundesweit einheitlich strukturiertes ALKIS und keinen länderübergreifenden Lagebezug. Der Stolperstein: Die AdV erarbeitet Empfehlungen, sie ist nicht weisungsbefugt — Vermessungswesen ist Landeshoheit. Ein AdV-konformes Datenmodell garantiert deshalb kein gleiches Datenprodukt: Erfassungsstand, Aktualisierungszyklus, Kachelgröße, Abgabeformat und Lizenz unterscheiden sich erheblich, teils sogar zwischen zwei Datensätzen desselben Landes. Deshalb immer je Land und je Datensatz prüfen. Warum 16 Länder 16 Datenprodukte liefern: 16 Bundesländer, 16 Probleme.
- ALKISAmtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem
- Die amtliche deutsche Geodatenbank für Flurstücksgrenzen, Gebäudeumrisse, Straßen und Nutzungsarten (Wohnbau, Acker, Wald, Gewässer). Sie löste zwischen 2010 und 2015 die Vorgängersysteme ALK und ALB ab; geführt wird sie von den Kataster- und Vermessungsbehörden der Länder, in einigen Ländern kommunal. Der Katasternachweis ist die Grundlage des amtlichen Lageplans zum Bauantrag, den die Katasterbehörde oder ein ÖbVI erstellt; ein Datenexport ersetzt ihn nicht. Der häufigste Irrtum: ALKIS ist Kataster, kein Bestandsaufmaß. Der Umriss ist der katasterrechtlich geführte Gebäudegrundriss; nachträgliche Dämmung, auskragende Balkone, Vordächer und noch nicht eingemessene Anbauten fehlen. Auch der LoD2-Grundriss stammt aus diesem Nachweis, wird aber zu anderen Zeitpunkten fortgeführt — ein Versatz beim Übereinanderlegen ist zu erwarten, nicht wegzuziehen. Layeraufbau und Länderabdeckung (15 Länder, ohne Bayern): Flurkarte als DXF.
- Bauvoranfrage
- Antrag an die Bauaufsichtsbehörde zur Klärung einzelner Fragen vor dem eigentlichen Bauantrag — etwa zu Abstandsflächen, Geschosszahl oder Dachform. Der Vorbescheid bindet die Behörde, solange sich Sach- und Rechtslage nicht ändern, und ist nach Landesrecht befristet; er schafft Planungssicherheit, bevor Geld in eine vollständige Genehmigungsplanung fließt. Ein 3D-Umgebungsmodell aus LoD2-Gebäuden und Geländeschnitt macht Höhenbezug und Nachbarbebauung nachvollziehbar. Der typische Irrtum: Ein aus Geobasisdaten erzeugtes Blatt ist kein amtlicher oder qualifizierter Lageplan im Sinne der Bauvorlagenverordnungen; den fertigen die Katasterbehörde oder ein ÖbVI an. Welche Bauvorlagen ein Vorbescheid braucht, legt die Behörde nach Landesrecht fest — verlangt sie den amtlichen Lageplan, ersetzt ihn keine Darstellung aus Geobasisdaten. Praxis-Anleitung: 3D-Umgebung für die Bauvoranfrage.
- CityGML
- OGC-Standard für semantische 3D-Stadtmodelle, XML-basiert. Die Detailstufen LoD0 bis LoD4 gehören zu Version 2.0; das 2021 verabschiedete CityGML 3.0 kennt LoD4 nicht mehr und ist in den Geoportalen bislang kaum verbreitet. Die deutschen LoD2-Gebäudemodelle werden überwiegend in CityGML 2.0 abgegeben, vereinzelt noch in 1.0. Wer amtliche 3D-Gebäude herunterlädt, bekommt fast immer dieses Format — CAD- und BIM-Programme lesen es ohne Konverter nicht. Der Stolperstein: CityGML ist ein Anwendungsschema von GML, die ALKIS-NAS ist ein anderes. Beide können auf .gml enden und werden ständig verwechselt, doch ein CityGML-Werkzeug öffnet keine NAS-Datei. Der Typ steht in den ersten Zeilen: core:CityModel und bldg:Building bedeuten CityGML, AX_Flurstueck und der AAA-Namensraum bedeuten ALKIS. Vorgehen: GML-Datei öffnen und einordnen.
- DGM1Digitales Geländemodell, 1-m-Raster
- Flächendeckende Höhenkarte der Erdoberfläche im 1-Meter-Punktabstand. Datenbasis ist überwiegend Airborne Laserscanning (LiDAR); Vegetation und Bauwerke werden herausgefiltert (Bare-Earth-Modell) — das Gegenstück mit allen Aufbauten ist das DOM. Höhengenauigkeit je nach Land und Gelände etwa ± 15 bis 30 cm. Format: XYZ-ASCII oder GeoTIFF, kachelweise 1×1 km, in einzelnen Ländern 2×2 km. Damit lassen sich Geländeschnitte, Anschlusshöhen und Aushubmengen im Entwurf abschätzen, ohne vor Ort zu nivellieren — für den Bauantrag bleiben die amtlich eingemessenen Höhen maßgeblich. Zwei Stolpersteine: Bare Earth ist wörtlich gemeint — Brücken und Hochstraßen sind herausgerechnet, ein Schnitt durch eine Brücke zeigt das Gelände darunter; Dämme und Aufschüttungen dagegen sind Geländeform und bleiben enthalten. Und die 1 ist die Rasterweite in Metern, keine Genauigkeitsangabe: Stützmauern und Böschungskanten glättet das Meterraster, abgebildet ist der Stand der letzten Befliegung. Workflow: DGM1-Gelände in ArchiCAD.
- DHHN2016Deutsches Haupthöhennetz 2016
- Aktueller Höhenbezugsrahmen für die NHN-Höhen in Deutschland, 2016 von der AdV beschlossen und zum 30. Juni 2017 eingeführt. Er ersetzt den Vorgängerrahmen DHHN92; Nullniveau ist weiterhin der Amsterdamer Pegel, die zugehörige Bezugsfläche beschreibt das Quasigeoidmodell GCG2016. Gegenüber DHHN92 liegen die Abweichungen bei einigen Zentimetern — für den Bauantrag meist ohne Belang, für Anschlusshöhen und Kanalgefälle nicht. Amtliche LoD2- und DGM1-Höhen beziehen sich auf diesen Rahmen. Der klassische Höhenversatz entsteht beim GNSS-Aufmaß: Ein Empfänger misst zunächst die ellipsoidische Höhe über dem GRS80-Ellipsoid, nicht die Höhe über NHN. Der Unterschied, die Höhenanomalie, beträgt in Deutschland je nach Region rund 36 bis 50 Meter. Wer diese Umrechnung im Rover nicht aktiviert, setzt sein Aufmaß etwa vierzig Meter über das amtliche Gelände, ohne dass eine Fehlermeldung erscheint. Amtliche Höhen im 3D-Modell: DGM1-Gelände in Rhino.
- DirectShape
- Die Form, in der Revit ein fremdes Bauteil ablegt, wenn es daraus kein parametrisches Objekt bilden kann: ein Körper mit fester Geometrie. Die Revit-API nennt DirectShape ausdrücklich keinen Ersatz für eine echte Wand, ein echtes Dach oder Fenster. Beim Import eines IFC-Modells kommen so die meisten Fremdbauteile an, auch LoD2-Gebäude aus Geobasisdaten. Eine Kategorie kann ein DirectShape tragen, deshalb greifen Sichtbarkeitseinstellungen und Ansichtsfilter über Kategorie und IFC-Parameter. Der Stolperstein: Familie, Typ und Schichtaufbau fehlen. In einer Wandliste bleiben Felder wie Wandtyp, Länge und Volumen leer, und was Revit keiner passenden Kategorie zuordnen kann, landet als Allgemeines Modell und taucht in der Wandliste gar nicht auf. Wer IFC stattdessen verknüpft, zählt nur mit der Option Elemente in Verknüpfungen einbeziehen mit. Import-Weg: LoD2 in Revit.
- dl-de/by-2-0 & dl-de/zero-2-0Datenlizenz Deutschland
- Offene Lizenzen der öffentlichen Hand. dl-de/zero-2-0 ist Public-Domain-ähnlich: jede Nutzung erlaubt, keine Quellenangabe nötig — eine freiwillige Nennung dokumentiert immerhin den Datenstand. dl-de/by-2-0 erlaubt jede Nutzung, ausdrücklich auch die gewerbliche, verlangt aber einen Quellenvermerk aus drei Teilen: Bereitsteller, Lizenzbezeichnung mit Verweis auf den Lizenztext, Verweis auf den Datensatz. Wurden die Daten verändert, muss der Vermerk das ausweisen. Ähnlich CC BY 4.0, die mehrere Länder statt dl-de/by-2-0 verwenden. Der Stolperstein: Der Quellenvermerk gehört in den Planstempel, nicht in die Begleitmail — das Plan-PDF wandert weiter, die Mail nicht. Und jeder Zuschnitt, jede Umprojektion, jeder abgeleitete Schnitt ist eine Veränderung; genau dieser Änderungshinweis fehlt am häufigsten. Welche Lizenz je Bundesland und je Datensatz gilt — die AdV vereinheitlicht das nicht —, steht auf der Datenquellen-Seite.
- DOMDigitales Oberflächenmodell
- Höhenkarte einschließlich aller sichtbaren Objekte: Gebäude, Vegetation, Brücken. Gegenstück zum DGM1, das genau diese Aufbauten herausfiltert. DEUKOS bietet das DOM derzeit nicht direkt an; für die Verschattung von Photovoltaik durch Bewuchs ist es die Grundlage. Die Differenz DOM minus DGM ergibt das nDOM (normalisiertes Oberflächenmodell), die Höhe über Grund — daraus lassen sich Bäume überhaupt erst ableiten. Der Stolperstein: Eine nDOM-Höhe ist noch keine Baumangabe. Das Raster sagt nur, dass an dieser Stelle etwas über den Boden ragt; erst die Einzelbaum-Ableitung trennt Kronen voneinander, und im geschlossenen Kronendach gelingt das nur unvollständig. Befliegungen für Höhenmodelle finden meist im laubfreien Zustand statt — Höhe und Ausdehnung von Laubbäumen fallen dann eher zu klein aus als im Sommer. Was daraus wird: Bäume in der Bauplanung.
- Dreieckssalatunstrukturiertes Dreiecksnetz beim Modellimport
- Ein importiertes Gebäude, das als undifferenziertes Dreiecksnetz ankommt — ohne Bauteiltypen, Eigenschaften und Ebenenzuordnung; im Englischen läuft dasselbe als polygon soup, deutsch auch Polygonsuppe. Erkennbar daran, dass alles in einem einzigen Objekt steckt, sich Wand und Dach nicht einzeln wählen lassen und eine bauteilbezogene Mengenermittlung ins Leere geht; im IFC-Baum steht dann häufig IfcBuildingElementProxy statt IfcWall und IfcRoof — die Entität selbst ist zulässig, verrät hier aber nur, dass die Bauteilbedeutung fehlt. Entstanden ist der Salat meist bei der Konvertierung über ein reines Geometrieformat wie OBJ: Dort tragen die Flächen höchstens Namen und Material, keine Bauteilklasse — automatisch zurückrechnen lässt sich das nicht. Der Stolperstein: Er fällt oft erst auf, wenn im Modell schon weitergebaut wurde. Dann hilft nur der erneute Import aus einer semantisch tragfähigen Quelle, also IFC mit getrennten Bauteilen. Aufbau eines solchen Imports: IFC in ArchiCAD per Drag-and-Drop.
- DWGDrawing
- Zeichnungsformat von AutoCAD, dessen Aufbau Autodesk nicht offenlegt; DXF ist die dokumentierte Austauschfassung weitgehend desselben Datenmodells. Im Büroalltag ist DWG der De-facto-Standard, doch fremde Programme lesen es nur über die lizenzierte Bibliothek RealDWG oder über nachgebaute Toolkits der Open Design Alliance. Der Stolperstein: DWG-Versionen hängen an AutoCAD-Jahrgängen, und ältere Programme öffnen neuere Fassungen nicht. Ein DWG 2018 (interne Kennung AC1032) lässt sich in AutoCAD 2017 nicht öffnen — dessen Format DWG 2013 (AC1027) deckte die Jahrgänge 2013 bis 2017 ab. Seit 2018 hat Autodesk den Formatstand nicht mehr angehoben; der Fehler tritt heute vor allem mit Altinstallationen und branchennahen Programmen auf. Wer sicher austauschen will, speichert bewusst in einer älteren DWG-Version oder gibt DXF ab. Deshalb liefert DEUKOS Katasterdaten als Flurkarte im DXF-Format.
- DXFDrawing Exchange Format
- Offen dokumentiertes 2D/3D-CAD-Austauschformat von Autodesk, das praktisch jedes CAD-Programm liest (AutoCAD, ArchiCAD, BricsCAD, NanoCAD, Vectorworks). Abgrenzung zu DWG: DWG ist Autodesks internes, nicht offengelegtes Zeichnungsformat, DXF die offen beschriebene Austauschfassung desselben Datenmodells — deshalb der verlässliche Weg über Herstellergrenzen hinweg. DEUKOS exportiert ALKIS-Lagepläne und Geländeschnitte als DXF mit logischen Layer-Namen. Der Stolperstein: DXF verlangt keine Angabe des Bezugssystems. Ein optionales GeoData-Objekt sieht das Format zwar vor, geschrieben und ausgewertet wird es aber selten — in der Datei stehen meist bloße Koordinaten. Wer rohe UTM-Werte einliest, setzt die Zeichnung weit neben den CAD-Nullpunkt. Viele Programme rechnen intern zwar doppelt genau, zeichnen aber einfach genau — die Folge sind zitternde Linien und unzuverlässige Fangpunkte. Richtig ist ein lokaler Nullpunkt; der Verschiebebetrag gehört in den Planstempel. Wie DEUKOS das löst: ALKIS als DXF-Lageplan.
- ETRS89European Terrestrial Reference System 1989
- Europäisches Koordinatenreferenzsystem und amtliches geodätisches Datum in Deutschland, realisiert über den Satellitenpositionierungsdienst SAPOS. Alle Länder führen ihre Geobasisdaten in diesem Bezug, abgebildet in der jeweiligen UTM-Zone. Vorgänger war das Datum DHDN mit den Gauß-Krüger-Zonen. Ein Datum legt fest, wo Ellipsoid und Nullpunkt liegen; erst die Abbildung macht daraus ebene Koordinaten. Genau das wird ständig gleichgesetzt: ETRS89 ist das Bezugssystem, UTM die Abbildung, und ETRS89 allein sagt noch nicht, ob Grad oder Meter vorliegen. Praktisch relevant wird der Unterschied bei Bestandsplänen im DHDN (EPSG:31466 bis 31469): Sie lassen sich nicht verschieben, sondern nur über einen Datumsübergang umrechnen. Das alte Netz ist regional verzerrt, eine pauschale Sieben-Parameter-Formel liegt örtlich um Dezimeter daneben. Genauer sind NTv2-Gitter; maßgeblich ist das des jeweiligen Landes, das bundesweite BeTA2007 ist nur eine Näherung. Wege ins CAD: ALKIS-NAS-Konverter im Vergleich.
- GeländeschnittSchnitt durch das Gelände
- Vertikalschnitt entlang einer frei gewählten Linie über ein Grundstück, der den Höhenverlauf des Bodens zeigt — meist zusammen mit dem Gebäudeschnitt und den dahinterliegenden Häusern in Ansicht, aus der die verdeckten Kanten entfernt sind. Gebraucht wird er für Anschlusshöhen, Abgrabung und Aufschüttung, den Nachweis der Wandhöhe und, je nach Landesbauordnung, als Bauvorlage im Bauantrag. Der Stolperstein steckt in der Datengrundlage: Das DGM1 ist ein Bare-Earth-Modell — Brücken sind herausgerechnet, Stützmauern und scharfe Böschungskanten bildet das Meterraster nur unscharf ab. Und die Höhen sind NHN-Gebrauchshöhen, keine ellipsoidischen aus dem GNSS-Empfänger; beides zu mischen kostet in Deutschland rund vierzig Meter, je nach Lage 36 bis 50. Ein überhöhter Höhenmaßstab gehört vermerkt. Selbst schneiden: Schnitt im Kartenfenster ziehen.
- GLB und glTFGL Transmission Format
- glTF ist das offene Übertragungsformat der Khronos Group für 3D-Szenen, seit Juli 2022 als ISO/IEC 12113:2022 genormt; GLB ist die gepackte Ein-Datei-Variante, die Szenenbeschreibung, Geometriepuffer und Texturen in einer Binärdatei bündelt. Es ist der schnellste Weg in Webviewer, Blender, Unreal oder eine Präsentation, weil keine Begleitdateien verlorengehen können. Der Stolperstein: Wie OBJ trägt GLB in der Kernspezifikation keine Bauteilsemantik und keinen Ortsbezug. Wand ist höchstens ein Knotenname, kein auswertbares Merkmal — für Mengen und Nachweise bleibt IFC zuständig. Anders als OBJ legt die Spezifikation die Einheit fest: alle Längen sind Meter, oben ist +Y. Programme, die in Millimetern rechnen, zeigen das Modell tausendfach zu klein, und in Programmen mit Z nach oben liegt es ohne Achsentausch auf der Seite. Mehr dazu: CityGML nach OBJ.
- GRZ & GFZGrundflächenzahl / Geschossflächenzahl
- Kennwerte aus dem Bebauungsplan zur Bebauungsdichte. GRZ = überbaute Fläche / Grundstücksfläche, GFZ = Geschossfläche aller Vollgeschosse nach Außenmaßen (§ 20 BauNVO) / Grundstücksfläche; § 17 BauNVO nennt für Wohngebiete Orientierungswerte von 0,4 und 1,2. Keller und Dachgeschoss zählen nur als Vollgeschosse mit. Der Stolperstein steckt in § 19 Abs. 4 BauNVO: Garagen und Stellplätze mit ihren Zufahrten, Nebenanlagen nach § 14 und Anlagen, die das Grundstück nur unterbauen, zählen mit; die zulässige Grundfläche darf dadurch um bis zu 50 Prozent überschritten werden, höchstens bis zu einer GRZ von 0,8, soweit der Bebauungsplan nichts anderes bestimmt. Wer nur Gebäudeumringe aus ALKIS misst, übersieht Zufahrten, Stellplätze und Terrassen. Ohne Bebauungsplan gilt § 34 BauGB — Maßstab ist das Einfügen in die nähere Umgebung, keine abgelesene Kennzahl. DEUKOS liefert eine Näherung aus Lageplan und LoD2-Gebäuden, keinen Nachweis. Grundlage: Umgebungsplan.
- IFCIndustry Foundation Classes
- Offener, als ISO 16739 genormter BIM-Standard von buildingSMART für den Austausch von Gebäudedaten. Unterstützt von Revit, ArchiCAD, Vectorworks, Allplan, Tekla, Solibri und BlenderBIM. DEUKOS exportiert LoD2-Gebäude als IFC 4 mit getrennten Bauteilen (IfcWall, IfcSlab, IfcRoof) — als Flächenmodell ohne Wandstärke, nicht als parametrische Bauteile. Drei Stolpersteine: In öffentlichen Projekten wird oft noch IFC 2x3 gefordert, und ältere Programmversionen lesen IFC 4 gar nicht oder unvollständig ein — die Schemaversion vorher abstimmen. Eine Georeferenz im projizierten System gibt es erst ab IFC 4 (IfcMapConversion auf ein IfcProjectedCRS); IFC 2x3 kennt nur grobe Gradangaben am IfcSite. Fehlt beides, landet das Modell am Nullpunkt. Und in Revit kommen fremde Bauteile als DirectShape an: kein Wandtyp, kein Schichtaufbau. Filter und Mengenauszüge müssen über Kategorie und IFC-Parameter laufen, nicht über Familie und Typ. Workflow: IFC in ArchiCAD.
- LayerZeichnungsebene
- Logische Gliederungsebene einer CAD-Zeichnung, im Deutschen auch Folie oder Ebene genannt, über die sich Objekte gemeinsam ein- und ausblenden, sperren, einfärben und plotten lassen. DEUKOS gibt deshalb getrennt aus: Flurstücke, Gebäude, Nutzungsflächen, Beschriftung, Höhenkoten und Planstempel — so lässt sich der ALKIS-Plan als Unterlage zurücknehmen, ohne ihn zu zerlegen. Der Stolperstein: für Ebenennamen gibt es keine verbindliche Vorgabe. Normen wie ISO 13567 und Büroschlüssel existieren, angewandt werden sie selten; beim Zusammenführen fremder Zeichnungen entstehen Dutzende gleichbedeutender Ebenen, beim Einbinden als externe Referenz zusätzlich Namen mit Präfix. Wer eine Bürokonvention führt, benennt gleich beim Import um. Zweitens steuert die Ebene Farbe und Linientyp nur, solange die Objekte auf VonLayer stehen; direkt zugewiesene Eigenschaften überschreiben sie. Aufbau der Ebenen: Flurkarte als DXF.
- LoD2Level of Detail 2 — Detaillierungsgrad 2
- Detaillierungsgrad 2 des CityGML-Standards — die dritte von fünf Stufen der Version 2.0. 3D-Gebäudemodelle mit Grundriss, Höhe und Dachform, aber ohne Fassadendetails (Fenster, Türen). Die Vermessungsverwaltungen der Länder leiten sie aus Befliegungen und den ALKIS-Grundrissen ab. LoD0 ist nur Grundriss, LoD1 der Klotz mit Flachdach, LoD3 hat Fassadenstruktur, LoD4 Innenräume; LoD3 und LoD4 werden amtlich nicht flächendeckend geführt. Damit steht der Umgebungskontext für Vorentwurf, Bauvoranfrage und Verschattungsstudie ohne eigene Aufnahme bereit. Der Stolperstein: LoD2 ist kein Bestandsaufmaß. Kubaturen weichen um einige Dezimeter bis etwa einen halben Meter ab, Gauben und Erker sind zu Dachflächen vereinfacht, kleine Anbauten und Garagen fehlen mitunter ganz, und der Erfassungsstand liegt je nach Bundesland mehrere Jahre zurück. Für den eigenen Baukörper bleibt das Aufmaß nötig, amtliche Höhen und Grenzen liefert der ÖbVI. Import-Weg: LoD2 in Revit.
- MorphArchicad-Freiform
- Frei modellierbarer Körper in Archicad, eingeführt mit Version 16: Flächen, Kanten und Knoten lassen sich einzeln verschieben, ohne dass eine Bauteillogik das vorgibt. Für Umgebungsmodelle, Geländestücke und Sonderbauteile ist er das Werkzeug der Wahl; fürs reine Gelände bleibt das Netz-Werkzeug ruhiger — es, nicht der Morph, ist das Gegenstück zum Toposolid. Der Stolperstein: Eingelesene Netzgeometrie aus OBJ, 3DS oder SKP landet als Bibliothekselement — sichtbar, aber nicht frei bearbeitbar. Erst der Befehl Auswahl in Morph umwandeln macht Knoten fangbar, Höhen abgreifbar und Flächen einzeln bearbeitbar. Danach gilt: Ein Morph trägt keine Bauteilsemantik; ohne Klassifizierung landet er in der IFC als IfcBuildingElementProxy (IFC 2x3 und 4). Bei Netzen mit hunderttausenden Dreiecken wird er zur Bremse. Import-Weg: Archicad-Workflow.
- NAS und AAA-ModellNormbasierte Austauschschnittstelle
- Das AAA-Modell ist das gemeinsame Datenmodell der Vermessungsverwaltungen für AFIS (Festpunkte), ALKIS (Liegenschaftskataster) und ATKIS (Landschaftsmodell); die NAS ist die zugehörige Austauschschnittstelle, technisch ein Profil von GML 3.2.1. In diesem Format geben die Katasterbehörden ihre amtlichen Daten ab, auch die Fortführung zwischen den Ämtern läuft darüber; daneben gibt es Auszüge als PDF, DXF oder Shape. Gängige CAD- und BIM-Programme lesen NAS nicht direkt, es braucht einen Konverter. Der Stolperstein: Eine .gml aus dem Kataster hat mit CityGML nichts zu tun. Beide sind Anwendungsschemata von GML, aber verschiedene, und ein CityGML-Werkzeug öffnet eine NAS-Datei nicht. Die Endung hilft nicht weiter, beide enden auf .gml oder .xml. Der Unterschied steht in den ersten Zeilen: NAS nennt den adv-online-Namensraum, die Objektarten heißen AX_Flurstueck, AX_Gebaeude oder AA_Fortfuehrungsauftrag. Aufbereitete Katasterdaten: Flurkarte als DXF.
- NHNNormalhöhennull
- Bezugsfläche für die amtlichen Gebrauchshöhen in Deutschland, heute über DHHN2016 realisiert. Eine NHN-Höhe von 178 m bedeutet 178 Meter über dem Quasigeoid, näherungsweise dem mittleren Meeresspiegel. Streng genommen sind es Normalhöhen; von orthometrischen Höhen weichen sie in Deutschland nur um wenige Zentimeter ab. Jede Geländekote, jede Traufhöhe und jeder Anschluss an den öffentlichen Kanal wird gegen diese Fläche geprüft. Der Stolperstein sind gemischte Bezugsrahmen: NN aus dem alten Netz und NHN unterscheiden sich im Flachland meist nur um Millimeter, im Gebirge deutlich mehr, auf der Zugspitze um 0,59 m; in den östlichen Ländern liegen Altpläne oft im DDR-System HN76 mit Kronstädter Pegel. Noch häufiger sind Bestandspläne mit eigenem Projektnullpunkt, in denen die 0,00 die Oberkante Fertigfußboden meint. Eine Höhenkote ohne Angabe des Bezugsrahmens ist wertlos, deshalb gehört der Vermerk in den Plankopf. Praxis: Geländemodell in Allplan.
- OBJWavefront-Mesh-Format
- Standard-Polygonformat für 3D-Visualisierung, ursprünglich von Wavefront Technologies. Sehr breit unterstützt: Rhino, Blender, SketchUp, 3ds Max, Cinema 4D, Lumion, Unreal Engine. In DEUKOS der schnellste Weg, ein Umgebungsmodell in eine Renderszene zu bekommen; Farben und Materialien liegen in der begleitenden MTL-Datei. Der Stolperstein: OBJ speichert nur Geometrie, Gruppennamen und Materialverweise — es gibt keine Bauteilsemantik. „Wand“ ist hier ein Gruppenname, keine auswertbare Eigenschaft. Außerdem kennt das Format keine Maßeinheit: in der Datei stehen bloße Zahlen, und die Programme legen Unterschiedliches zugrunde — dasselbe Modell erscheint je nach Voreinstellung in Metern, Millimetern oder Zoll. Deshalb vor dem Import die Einheit setzen und eine bekannte Kante nachmessen. Georeferenziert ist OBJ ebenso wenig; der Ortsbezug muss über einen dokumentierten Nullpunkt kommen. Für Mengen, Nachweise und BIM-Koordination ist IFC das richtige Format. Mehr dazu: CityGML nach OBJ.
- ÖbVIÖffentlich bestellter Vermessungsingenieur
- Freiberuflicher Ingenieur, den das Land öffentlich bestellt und mit hoheitlichen Aufgaben der Katastervermessung betraut hat. Zuständig für Grenzfeststellung und Abmarkung, Teilungs- und Gebäudeeinmessungen sowie amtliche Lagepläne im Baugenehmigungsverfahren; die Eintragung ins Grundbuch nimmt das Grundbuchamt vor, der ÖbVI liefert dazu den Katasternachweis. In Bayern gibt es keine ÖbVI, dort sind die staatlichen Vermessungsämter zuständig. DEUKOS-Daten, auch die LoD2-Gebäude, sind kein Ersatz für eine ÖbVI-Vermessung. Der Stolperstein ist die Verwechslung von Nachweis und Messung: Eine Grenze aus ALKIS gibt den Katasternachweis wieder, ist aber keine Grenzfeststellung, und die Erfassungsqualität der Grenzpunkte schwankt je nach Alter der zugrunde liegenden Messung. Geobasisdaten tragen Vorentwurf, Bauvoranfrage, Massenermittlung und Umgebungsdarstellung — nicht Grenzfeststellung, Abmarkung, amtlichen Lageplan oder Absteckung. Eine Bauabsteckung nach einem DXF mit ALKIS-Grenzen ist der klassische teure Fehler. Genauigkeitsangaben: häufige Fragen.
- Projektbasispunkt und Shared CoordinatesVermessungspunkt, gemeinsame Koordinaten
- Revit kennt drei Bezugspunkte: den internen Ursprung (fest, nicht verschiebbar, mathematischer Nullpunkt aller Geometrie), den Projektbasispunkt als Bezug der Projektkoordinaten — meist eine Gebäudeecke oder ±0,00 — und den Vermessungspunkt, der einen realen Punkt der Örtlichkeit hält. Über ihn laufen die Shared Coordinates (gemeinsame Koordinaten), weitergegeben mit Koordinaten abrufen beziehungsweise veröffentlichen; so bekommen verknüpfte Fachmodelle aus Architektur, Tragwerk und Haustechnik denselben Lagebezug. Der klassische Fehler ist der Import roher UTM-Werte: Das Modell sitzt dann mehrere tausend Kilometer vom internen Ursprung, und jenseits von rund 16 km (10 Meilen) Abstand arbeitet Revit unzuverlässig — springende Fangpunkte, zitternde Linien, gerundete Maße. Verschieben allein genügt nicht: Sonnenstand und Schattenwurf ziehen sich aus Standort und Nordrichtung, nicht aus den Koordinaten. Sauber ist ein dokumentierter lokaler Nullpunkt, dessen Verschiebebetrag im Planstempel steht. Import-Weg: LoD2 in Revit.
- PVGISPhotovoltaic Geographical Information System
- Service der Europäischen Kommission (Joint Research Centre, JRC) zur Berechnung von Solarerträgen aus realen Klimadaten sowie Neigung, Ausrichtung und Anlagenleistung; kostenlos und ohne Schlüssel nutzbar. DEUKOS ruft Version 5.2 für die Ertragszahl im Solar-Bericht auf. Der Stolperstein liegt in der Auflösung: Die eingebaute Horizontberechnung nutzt ein Geländemodell mit 3 Bogensekunden Rasterweite (rund 90 m), die Einstrahlungsdaten stammen aus Meteosat-Bildern (rund 4 km am Subsatellitenpunkt, über Mitteleuropa gröber) oder aus ERA5 (rund 30 km). Nachbargebäude, Gauben und Bäume liegen unterhalb dieses Rasters und sind darin nicht enthalten — die JRC-Dokumentation sagt das ausdrücklich. PVGIS nimmt aber ein eigenes Horizontprofil entgegen: DEUKOS reicht 36 Sektoren aus dem LoD2-Modell nach, gerechnet wie in der Verschattungsstudie. Ergebnis: Solar-Eignung.
- ToposolidGeländekörper in Revit
- Geländeelement in Revit, eingeführt mit Version 2024. Anders als die ältere Toposurface, eine reine Fläche ohne Stärke, ist der Toposolid ein Volumen mit Aufbau, Material und bearbeitbaren Höhenpunkten; er verhält sich wie eine Decke und lässt sich unterteilen, ausschneiden und beschriften. Damit wird das Gelände zum auswertbaren Bauteil statt zur bloßen Kulisse, und Anschlusshöhen sind am Modell prüfbar. Der Stolperstein: Kein Austauschformat transportiert einen Toposolid als Bauteil. Was über DWG, DXF oder IFC hereinkommt, bleibt ein starres Dreiecksnetz ohne Aufbau und ohne Auswertung. Der native Körper entsteht erst in Revit selbst — aus Höhenpunkten des DGM1, bei DEUKOS über ein mitgeliefertes Dynamo-Skript, das pro Flurstück einen Toposolid baut. Aus älteren Projekten übernommene Toposurfaces bleiben erhalten. Gelände in Revit: Revit-Workflow.
- UTM 32N / 33NUniversal Transverse Mercator
- Zonen des UTM-Koordinatensystems, das die gekrümmte Erdoberfläche auf Basis von ETRS89 in Metern auf eine Ebene abbildet. UTM 32N (EPSG:25832) führen die meisten Bundesländer, UTM 33N (EPSG:25833) Berlin, Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern; die Zonengrenze liegt auf dem 12. Längengrad. Weil in Metern gerechnet wird, sind Strecken und Flächen direkt messbar; DEUKOS arbeitet intern in UTM und rechnet nur für die Kartenanzeige nach WGS84. Häufigster Fehler ist der ungefilterte Import ins CAD: Der Punkt liegt rund 500 km östlich und mehr als 5.000 km nördlich des Zonennullpunkts — im DXF die Ursache zitternder Linien, in Revit setzt das Programm Bauteile jenseits von rund 16 km (10 Meilen) zum internen Ursprung nicht mehr. Zweite Falle: der vorangestellte Zonenteil im Rechtswert (32456789 statt 456789; EPSG:4647, in Zone 33 EPSG:5650) ist keine Strecke. Und EPSG:4326 liefert Grad, keine Meter. Umgang mit dem Projektnullpunkt: LoD2 in Revit importieren.
- VerschattungsstudieSchattenwurf-Analyse, Besonnungsstudie
- Analyse, wann und wie lange eine Fläche durch Nachbarbebauung, Gelände oder Vegetation im Schatten liegt, geometrisch gerechnet aus Sonnenstand und 3D-Modell. Relevant für Solarplanung, Bauvoranfragen und die Lage von Terrassen. DEUKOS rechnet sie aus dem LoD2-Modell im 100-m-Umkreis, Baumbestand optional aus Laserscan-Daten; die Ertragswirkung liefert daraus PVGIS. Der Stolperstein: Eine geometrische Verschattungsstudie ist kein Besonnungsnachweis. DIN 5034-1 nennt als Anhaltswert mindestens eine Stunde mögliche Besonnung am 17. Januar und mindestens vier Stunden am 21. März beziehungsweise 23. September — in mindestens einem Aufenthaltsraum, gemessen in der Fenstermitte von innen, nicht auf dem Grundstück. DIN EN 17037 arbeitet mit einem Bezugstag zwischen 1. Februar und 21. März und Zielwerten von anderthalb bis vier Stunden. Gerechnet wird direkte Strahlgeometrie an Stichtagen bei wolkenfreiem Himmel, ohne Diffuslicht; die Baumart ist aus Laserscan-Daten meist nicht bestimmbar, im Zweifel wird ganzjährig Schatten unterstellt. Einordnung: Besonnungsnachweis.