In Kürze
  • Was ist NAS: Die Normbasierte Austauschschnittstelle der AdV für ALKIS — technisch ein GML-Dialekt.
  • Echte Freeware: Der norGIS ALKIS-Importer (PostNAS) plus QGIS ist der etablierte Open-Source-Weg.
  • Die Grenze: Datenbank-Setup, wechselnde GeoInfoDok-Versionen, kein fertig gelabeltes CAD-DXF.
  • Der Direktweg: DEUKOS liefert den Bereich als fertiges DXF/IFC in UTM-Metern — angemeldet bis 50 × 50 m gratis.

Wer amtliche Kataster­daten braucht, bestellt sie beim Landesportal — und bekommt eine NAS-Datei. NAS steht für Normbasierte Austauschschnittstelle, das offizielle Format der AdV (Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen) für ALKIS. Technisch ist es ein GML-Dialekt nach der GeoInfoDok. Und wie jedes GML öffnet es keine CAD-Software direkt. Man braucht einen Konverter.

Die gute Nachricht vorweg: Es gibt echte, kostenlose Werkzeuge dafür. Sie sind aber für GIS-Fachleute gebaut, nicht für Architekten mit einem Grundstück und einer Deadline. Schauen wir uns die Optionen ehrlich an.

Die Freeware-Optionen im Überblick

WerkzeugLizenzStärkeGrenze
norGIS ALKIS-Importer (PostNAS)Freeware (norBIT)Robuster NAS-Import nach PostGIS, mitgeliefertes SchemaPostGIS-Setup nötig, GIS-Fokus
QGISOpen SourceAnzeige, Stilisierung, Export nach DXF/ShapeDXF-Layer und Beschriftung manuell
GDAL/OGR (NAS-Treiber)Open SourceKommandozeilen-Konvertierung, skriptbarKonfigurationsdatei, keine GUI
FMEKommerziellUniverseller ETL-Konverter, sehr flexibelKostenpflichtig, Einarbeitung

norGIS ALKIS-Importer

Das im deutschen GIS-Umfeld bekannteste freie Werkzeug. Der Importer der norBIT GmbH liest NAS über den GDAL/OGR-NAS-Treiber in eine PostGIS-Datenbank, bringt ein passendes Datenbankschema mit und liefert vorgefertigte QGIS-Projekte für die kartografische Darstellung. Für eine Behörde oder ein Vermessungsbüro, das ohnehin mit PostGIS arbeitet, ist das ein solider, kostenloser Standardweg.

QGIS als Frontend

Sobald die Daten in PostGIS liegen, übernimmt QGIS die Anzeige. Von dort lässt sich auch nach DXF exportieren. Der Haken: Der DXF-Export von QGIS überträgt Geometrie, aber die saubere Layer-Struktur und Beschriftung muss man selbst aufbauen — Flurstücksnummern, Gebäudefunktionen, sinnvolle Layernamen entstehen nicht von allein.

Fair gesagt

Für GIS-Profis ist die norGIS/QGIS-Kette leistungsfähig und kostet keinen Euro Lizenz. Wer ALKIS regelmäßig flächig verarbeitet, eigene Analysen fährt oder Daten in bestehende PostGIS-Infrastruktur bringt, ist damit gut bedient. DEUKOS ersetzt das nicht — es löst ein anderes Problem.

Wo die Freeware an Grenzen stößt

Für den typischen Architektur-Anwendungsfall — „Ich brauche für dieses eine Grundstück einen sauberen Lageplan im CAD" — kommen drei Reibungspunkte zusammen:

  1. Setup-Aufwand. PostGIS installieren, Datenbank anlegen, Importer konfigurieren, QGIS-Projekt laden — bevor auch nur eine Linie im CAD landet.
  2. GeoInfoDok-Versionen. Die Bundesländer liefern NAS in unterschiedlichen Schemaständen (z.B. GeoInfoDok 6.0 vs. 7.1). Ein Importer muss zur Version passen, sonst hakt es beim Einlesen.
  3. Der letzte Schritt zum CAD. Aus PostGIS/QGIS ein fertig gelabeltes DXF in Metern zu bekommen, ist Handarbeit — genau die Handarbeit, die sich bei jedem Projekt wiederholt.
ALKIS als DXF — ohne PostGIS-Setup

Adresse eingeben, Bereich markieren, fertig gelabeltes DXF oder IFC laden. Kostenlos anmelden — echte Dateien bis 50 × 50 m gratis.

ALKIS als DXF laden

Der DEUKOS-Ansatz — sachlich

DEUKOS ist kein NAS-Konverter, den man installiert, sondern ein Dienst, der den Konvertierungsschritt einmal zentral für alle Bundesländer erledigt. Statt NAS herunterzuladen, das Schema zu bestimmen und PostGIS aufzusetzen, arbeitet man so:

  1. Adresse oder Koordinaten eingeben und den Bereich auf der Karte markieren.
  2. Export wählen — der ALKIS-Lageplan als DXF, mit logisch benannten Layern (Flurstücke, Gebäudeumrisse, Straßenachsen, Nutzung).
  3. In CAD öffnen. Lagerichtig in UTM-Metern, sofort maßstäblich plotbar.

Was in die Layer kommt und wie sie benannt sind, steht ausführlich in ALKIS-Lageplan als DXF. Wer zusätzlich 3D-Gebäude braucht, findet den Formatweg in CityGML konvertieren.

Ehrliche Einordnung

Ist DEUKOS „besser" als norGIS? Nein — es ist für einen anderen Zweck gebaut. norGIS ist das Werkzeug, wenn ALKIS die Grundlage einer GIS-Arbeit ist. DEUKOS ist der schnellere Weg, wenn am Ende ein CAD-taugliches DXF oder IFC eines konkreten Grundstücks stehen soll — ohne eigene Datenhaltung.

Fazit

Für ALKIS-NAS gibt es echte Freeware: der norGIS ALKIS-Importer plus QGIS ist der etablierte, kostenlose Weg — leistungsfähig, aber mit PostGIS-Setup und manueller CAD-Aufbereitung. Wer nur für ein Grundstück ein sauber gelabeltes DXF in Metern braucht, spart sich die Kette und lädt den Bereich direkt im Browser.

ALKIS ohne Konverter-Setup

Adresse eingeben, Bereich markieren, fertig gelabeltes ALKIS-DXF oder IFC laden — 16 Bundesländer. Angemeldet sind echte Dateien bis 50 × 50 m gratis.

Karte öffnen ALKIS-Layer im Detail ansehen →

Quellen & Werkzeuge

  • Amtliche NAS-/ALKIS-Spezifikation (AdV GeoInfoDok): AdV GeoInfoDok
  • Anbieter des norGIS-ALKIS-Importers: norBIT
  • Open-Source-GIS mit ALKIS-/NAS-Unterstuetzung: QGIS