- Was ist CityGML: Das amtliche XML-Format für 3D-Stadtmodelle (LoD1/LoD2) der deutschen Bundesländer.
- Das Problem: CAD und BIM öffnen CityGML nicht direkt — es braucht eine Konvertierung.
- Die Wege: FME, 3D City Database,
citygml-tools, QGIS — oder in einem Schritt über DEUKOS. - Zielformat: DXF für CAD, IFC für BIM, OBJ für Visualisierung. Angemeldet gibt es echte IFC/DXF bis 50 × 50 m gratis.
CityGML ist das internationale Standardformat für semantische 3D-Stadtmodelle, und in Deutschland liefern alle 16 Landesvermessungen ihre Gebäudemodelle genau so aus. Ein Gebäude ist dort kein bloßer Klumpen Dreiecke, sondern trägt Bedeutung: Dachfläche, Wandfläche, Grundfläche, Gebäudehöhe, Funktion. Das ist mächtig — und genau deshalb liest keine Architektursoftware es ohne Umweg.
Wer schon einmal versucht hat, eine .gml- oder .xml-Datei
aus einem Geoportal einfach in AutoCAD oder ArchiCAD zu ziehen, kennt das Ergebnis:
eine Fehlermeldung oder gar nichts. CityGML muss umgewandelt werden.
Die Frage ist nur, mit welchem Werkzeug — und in welches Zielformat.
Warum CAD CityGML nicht direkt öffnet
Drei Dinge stehen zwischen CityGML und dem CAD-Fenster:
- Das Schema. CityGML ist verschachteltes GML (Geography Markup Language) mit hunderten Objektklassen. CAD-Importer erwarten Geometrie, kein semantisches Datenmodell.
- Die Koordinaten. CityGML liegt georeferenziert in UTM
(
EPSG:25832für den Westen,25833für den Osten) — mit Rechtswerten um 32 500 000. Naiv importiert landet das Modell Millionen Meter neben dem Ursprung oder wird verworfen. - Die Geometrie-Art. CityGML beschreibt Flächen als Polygone mit Stützpunkten, nicht als Solids. Für IFC oder DXF müssen daraus geschlossene Volumen oder saubere Polylinien werden.
Die klassischen Umwandlungswege
Es gibt einen etablierten Werkzeugkasten. Jedes Werkzeug hat seine Berechtigung — und seinen Preis in Zeit oder Geld.
| Werkzeug | Was es kann | Haken |
|---|---|---|
| FME (Safe Software) | Universeller ETL-Konverter, CityGML → alles | Kostenpflichtig, Einarbeitung, überdimensioniert für Einzelfälle |
| 3D City Database | CityGML in PostGIS, Export nach glTF/CityJSON | Datenbank-Setup, kein direkter CAD-Output |
citygml-tools | Freies CLI, CityGML ↔ CityJSON, Validierung | Kein DXF/IFC, Kommandozeile |
| QGIS | Anzeigen, nach Shape/DXF (2D) exportieren | 3D-Dachform geht bei 2D-Export verloren |
| Blender / Rhino | Mesh-Import über Umwege, Visualisierung | Semantik und Georeferenz gehen verloren |
Der gemeinsame Nenner: Jeder dieser Wege verlangt eine Installation, etwas Schema-Wissen und die manuelle Sorgfalt, die Georeferenzierung nicht zu zerschießen. Für ein einzelnes Grundstück oder einen Vorentwurf ist das ein hoher Aufwand.
Welches Zielformat passt?
Bevor man konvertiert, lohnt die Frage, wofür. Die drei relevanten Ziele:
- DXF — wenn das Modell in 2D- oder 3D-CAD (AutoCAD, BricsCAD, Vectorworks) weiterverarbeitet wird. Robust, überall lesbar, layerbasiert.
- IFC — wenn es in ein BIM-Programm (ArchiCAD, Revit, Allplan) soll und Bauteil- und Geschossbezug wichtig sind. Das ist der richtige Weg für Bestand und Umgebungsmodell.
- OBJ — wenn es rein um Visualisierung, Rendering oder Verschattung geht und Semantik keine Rolle spielt.
Details zu den Formaten und der Landschaft der Werkzeuge stehen im Überblick CityGML konvertieren.
Adresse eingeben, Bereich markieren, als DXF, IFC oder OBJ laden. Kostenlos anmelden — echte IFC/DXF bis 50 × 50 m gratis.
Der direkte Weg im Browser
DEUKOS nimmt der Kette die drei Stolpersteine ab, weil die Konvertierung einmal zentral passiert und nicht auf jedem Rechner neu. Der Ablauf für ein Grundstück:
- Adresse oder Koordinaten eingeben und den Ausschnitt auf der Karte markieren.
- Zielformat wählen — DXF, IFC, OBJ oder PDF.
- Herunterladen und öffnen. Das Modell kommt lagerichtig in Metern, mit dokumentiertem Bezugspunkt, sodass es beim Import nicht wegspringt.
Die häufigste Ursache für „mein Import ist leer" ist nicht das Format, sondern die UTM-Koordinate. Wer selbst konvertiert, sollte vor dem CAD-Import einen lokalen Bezugspunkt setzen. DEUKOS macht das automatisch und legt den Ursprung nahe an das Projektgebiet.
Fazit
CityGML umzuwandeln ist kein exotisches Problem — nur ein zeitraubendes, solange man FME, Datenbanken und Koordinatensysteme selbst dirigiert. Für einen einzelnen Vorentwurf reicht der Weg über den Browser: Ausschnitt markieren, Zielformat wählen, fertige DXF-, IFC- oder OBJ-Datei laden — georeferenziert und ohne Installation.
Bereich markieren, Format wählen, DXF/IFC/OBJ herunterladen — 16 Bundesländer. Angemeldet sind echte IFC- und DXF-Dateien für Bereiche bis 50 × 50 m gratis.
Karte öffnen Formate & Werkzeuge im Überblick →Quellen & Werkzeuge
- Offizielle CityGML-Spezifikation (OGC): OGC CityGML
- Open-Source-GIS zum Sichten von GML: QGIS
- Open-Source-Werkzeug fuer CityGML (Import/Export): 3D City Database
- Kommerzielle ETL-Software: FME (Safe Software)