In Kürze
  • Was ist GML: Eine XML-Textdatei nach dem Standard Geography Markup Language — reiner Text, keine Grafik.
  • Nur ansehen: QGIS, Texteditor, FME Data Inspector oder Online-Viewer.
  • In ArchiCAD/CAD nutzen: Geht nicht direkt — erst nach DXF oder IFC konvertieren.
  • Zwei Sorten: ALKIS-NAS (2D-Kataster) und CityGML (3D-Gebäude). Erst prüfen, welche man hat.

Eine GML-Datei ist eine Textdatei. Was aussieht wie ein binäres 3D-Format, ist in Wahrheit XML nach dem Standard Geography Markup Language — genau dieselbe Familie wie eine HTML-Seite, nur mit Geodaten statt Absätzen. Deshalb passiert beim Doppelklick nichts Sinnvolles: Windows und macOS wissen nicht, dass sie diese Koordinaten zeichnen sollen.

Bevor man ein Werkzeug sucht, lohnt eine Minute Klarheit darüber, was man da eigentlich hat. Denn „GML" ist kein einzelnes Format, sondern eine Hülle für sehr unterschiedliche Inhalte.

Erst prüfen: welche GML ist es?

In der deutschen Bau- und Planungswelt begegnet einem GML fast immer in einer von zwei Ausprägungen:

TypInhaltErkennungsmerkmal im Text
ALKIS-NAS2D-Kataster: Flurstücke, Gebäudeumrisse, NutzungAX_Flurstueck, Namensraum adv/AAA
CityGML / LoD23D-Gebäude mit Dachform und Höhecore:CityModel, bldg:Building
GML Simple FeaturesBeliebige 2D-Geometrie (z.B. WFS-Abzug)gml:featureMember, gml:Polygon

Der schnellste Test: die Datei mit einem Texteditor öffnen (bei großen Dateien einen, der mit vielen Megabyte umgeht, etwa Notepad++ oder VS Code) und die ersten Zeilen lesen. Die Namensräume verraten den Typ sofort. ALKIS ist flach und zweidimensional, CityGML ist ein echtes 3D-Modell.

GML nur ansehen — die Viewer

Wenn es reicht, die Datei anzuschauen (was ist drin, stimmt der Ausschnitt), gibt es mehrere freie Wege:

Wichtig

Ansehen ist nicht dasselbe wie öffnen zum Bearbeiten. Ein Viewer zeigt die Geometrie, verändert aber nichts und exportiert oft nicht sauber ins CAD-Format. Wer die Daten verwenden will, kommt um eine Konvertierung nicht herum.

Warum ArchiCAD (und AutoCAD) GML nicht direkt öffnet

Die naheliegende Erwartung „Datei → Öffnen → GML auswählen" scheitert in jeder CAD- und BIM-Software. Der Grund ist einfach: GML ist ein Geodatenformat, kein CAD-Format. ArchiCAD, AutoCAD, Vectorworks und Allplan erwarten DXF, DWG oder IFC. Sie kennen weder das GML-Schema noch die UTM-Koordinaten mit ihren riesigen Rechtswerten.

Der Weg in die Architektursoftware führt deshalb immer über eine Umwandlung:

Wie diese Konvertierung im Detail funktioniert und welche Werkzeuge es dafür gibt, steht in CityGML umwandeln — in DXF, IFC & CAD und im Überblick CityGML konvertieren.

GML ansehen und gleich exportieren

Statt Viewer suchen: Adresse eingeben, amtliche Gebäude im Browser ansehen, als DXF oder IFC laden. Angemeldet gratis bis 50 × 50 m.

Im Browser ansehen & laden

Der pragmatische Weg: gar nicht erst die GML herunterladen

Der häufigste Grund, eine GML-Datei zu öffnen, ist: „Ich will sehen, was auf diesem Grundstück steht, und es in mein Modell holen." Genau dafür muss man die Datei nicht erst aus einem Landesportal fischen, den Typ bestimmen und einen Viewer installieren.

DEUKOS zeigt die amtlichen ALKIS- und LoD2-Daten direkt im Browser auf der Karte. Man sieht die Gebäude, prüft den Ausschnitt und lädt genau diesen Bereich als DXF, IFC oder OBJ herunter — lagerichtig in Metern. Der Umweg über die GML-Datei entfällt komplett.

Fazit

Eine GML-Datei öffnet man zum Ansehen mit QGIS, einem Texteditor oder dem FME Data Inspector — und man erkennt am Namensraum, ob ALKIS oder CityGML drinsteckt. Zum Nutzen in ArchiCAD oder AutoCAD führt kein Weg an einer Umwandlung nach DXF oder IFC vorbei. Wer den Ausschnitt ohnehin frisch braucht, überspringt beide Schritte und lädt ihn direkt im Browser.

Gebäude ansehen, statt GML entziffern

Adresse eingeben, amtliche Gebäude auf der Karte prüfen, Bereich als DXF, IFC oder OBJ herunterladen. Angemeldet sind echte IFC/DXF bis 50 × 50 m gratis.

Karte öffnen CityGML konvertieren im Überblick →

Quellen & Werkzeuge