- Was es ist: Einzelbäume ab etwa fünf Metern Höhe, in allen sechzehn Bundesländern, je Baum ein Standort und eine gemessene Höhe — direkt als IFC, DXF, Rhino oder Revit, auf einer eigenen Ebene.
- Wie genau: Gegen 2,34 Millionen amtliche bayerische Vergleichsbäume weicht die Position im Median um 0,65 m ab, die Höhe im Betrag um 0,62 m. Weniger als drei Prozent unserer Bäume haben dort keine Entsprechung.
- Wo die Grenze liegt: Die Krone ist aus der Höhe gerechnet, nicht gemessen. Im geschlossenen Wald- und Parkbestand sind wir bewusst unvollständig. Für alles, was rechtlich bindet, bleibt die Begehung maßgeblich.
Dass der Baum in den Daten fehlt, ist keine Kleinigkeit. Ein ausgewachsener Baum ist zwanzig Meter hoch und wirft bei tiefstehender Sonne einen Schatten von über fünfzig Metern. Eine Verschattungsrechnung, die nur Gebäude kennt, rechnet die Nachbarbebauung sauber und lässt den Ahorn daneben weg. Das Ergebnis sieht präzise aus und ist es nicht. Dasselbe gilt für Ansichten und Schnitte: Ein Straßenzug ohne Bäume ist die Zeichnung eines Ortes, den es so nicht gibt.
Und der Baum, um den es geht, steht selten auf dem eigenen Grundstück. Kommunale Baumkataster — dort, wo es sie gibt — führen in aller Regel nur öffentliche Flächen. Der Baum im Nachbargarten, der die Südseite verschattet, steht in keinem davon.
Wohnquartier in Bonn, 25. Januar, 10:30 Uhr. Beide Bilder sind unbearbeitete Bildschirmaufnahmen aus der 3D-Ansicht von DEUKOS; der einzige Unterschied ist der Schalter „Bäume“.
Der Unterschied zu einer Baumbibliothek ist deshalb kein gradueller. Bäume als Bibliotheksobjekte gibt es für Revit, Rhino und ArchiCAD massenhaft, oft schöner modelliert als unsere. Aber ein Bibliotheksbaum ist eine Dekoration: Er steht dort, wo ihn jemand hingezogen hat, und er ist so hoch, wie es gerade passt. Hier geht es um den Bestand, der tatsächlich am Ort steht — lagerichtig, in seiner eigenen gemessenen Höhe, und deshalb mit einem Schatten, der etwas bedeutet.
Was in diesem Artikel nicht steht, ist das Verfahren dahinter. Was hier steht, ist, was auf dem Weg dorthin nicht funktioniert hat — und was am Ende herauskam, gemessen an Daten, die nicht von uns stammen. Die beiden wichtigsten Abschnitte, „Was diese Daten nicht sind“ und „Wofür das gut ist — und wofür nicht“, stehen am Ende.
Warum es diese Daten bisher nicht gab
Der Auftrag der Landesvermessung ist ein anderer: Liegenschaften, Gebäude, Gelände. Vegetation ist in den amtlichen 3D-Stadtmodellen als Objekttyp vorgesehen, wird in Deutschland aber praktisch nirgends flächendeckend geführt.
Es gibt Ausnahmen, und die sollte man nennen, statt sie zu übergehen: Bayern veröffentlicht seit dem Frühjahr 2025 landesweit Einzelbaumdaten, abgeleitet aus den amtlichen Höhen- und Bildmodellen — fachlich sauber und offen lizenziert. Einzelne Städte haben sehr gute eigene Erhebungen. Und mehrere Dutzend Kommunen führen ein offenes Baumkataster, in dem jeder Baum vor Ort aufgenommen wurde, samt Art, Stammumfang und gemessenem Kronendurchmesser — beschränkt allerdings, wie gesagt, auf öffentliche Flächen.
Für die Planung heißt das: Wer bundesweit arbeitet, hat nichts Einheitliches. Und selbst wo Daten existieren, kommen sie in GIS-Formaten an, nicht in dem Format, in dem geplant wird.
Die Grundlage: Höhe über dem Boden
Ausgangspunkt sind die amtlichen Höhenmodelle der Länder. Sie entstehen überwiegend aus flugzeuggetragenem Laserscanning, in einzelnen Ländern aus überlappenden Luftbildern. Aus beiden Verfahren gewinnt man dieselben zwei Modelle: die Oberfläche, so wie sie ist (mit Dächern und Baumkronen), und den nackten Boden darunter — das digitale Geländemodell DGM1. Die Differenz der beiden — im Fachjargon das normalisierte Oberflächenmodell — ergibt eine simple, aber sehr aussagekräftige Größe: die Höhe über dem Boden. Ein Dach ragt heraus. Eine Baumkrone auch.
Damit ist die leichte Hälfte der Aufgabe erledigt. Die schwere ist: Was in diesen Daten wie ein Baum aussieht, ist oft keiner.
Was nach Baum aussieht und keiner ist
Alles, was hoch ist und nicht eindeutig Gebäude, sieht in einem solchen Modell erst einmal aus wie ein Baum. Und ein Phantom kostet mehr als eine Lücke: Es verschattet ein Fenster, das in Wirklichkeit Licht bekommt, und es steht dort, wo womöglich gebaut werden soll. Die Phantome mussten also raus, ohne die echten Bäume mitzunehmen. Das war die eigentliche Aufgabe, und sie hat mehrere Anläufe gekostet.
Ist es grün? Luftbilder werden auch knapp jenseits des sichtbaren Lichts aufgenommen. Gesundes Blattgrün reflektiert dort auffällig stark, Beton und Dachpappe nicht. Der Gedanke: Was hoch ist und grün, ist ein Baum; was hoch ist und nicht grün, fliegt raus.
Er scheiterte an Brücken. Brücken erscheinen in Höhendaten als erhabene Struktur und werden dabei gerne als Baumreihe missverstanden — und Brücken sind bewachsen: Moos, Bewuchs an den Rändern, begrünte Bauwerke. Im Luftbild sind sie grün. In einer Großstadt löschte jede Schwelle, die genug Phantome erwischte, mehr echte Bäume als Falschfunde. Der Test war nicht ungenau, er war für diesen Zweck untauglich. Hinzu kommt: Auf einem laubfreien Bildflug versagt dieser Kanal ohnehin.
Ist es gewölbt? Steht es allein? Eine Baumkrone ist rund, ein Brückendeck eben; ein Baum steht in einer strukturierten Umgebung, ein Phantom auf einem Brückendeck in einer auffällig ebenen. Beides ist formal messbar und beides scheitert an derselben Stelle: Bäume im geschlossenen Kronendach sind flacher als die Phantome, die wir suchten — zum Rand hin fällt die Höhe dort nicht ab, weil dort der Nachbarbaum steht. Und was in einem Bundesland sauber trennte, ließ sich im nächsten nicht reproduzieren, weil dort anders geflogen und anders prozessiert wurde. Ein Kriterium, das ausgerechnet im Wald umgekehrt entscheidet oder nur in einem Land trägt, hilft einem bundesweiten Produkt nicht.
Ein vortrainiertes Bilderkennungsmodell. Bei belaubten Luftbildern arbeitet es brauchbar. Bei laubfreien Bildflügen — und ein erheblicher Teil der deutschen Bildflüge findet im unbelaubten Zustand statt — stuft es rund 28 Prozent der echten Bäume als Nicht-Baum ein. Ein Werkzeug, dessen Qualität von der Jahreszeit der Befliegung abhängt, kann keine bundesweite Grundlage sein.
Und der naheliegende Reflex, an der Erkennung selbst zu schrauben, war schnell erledigt: Wir haben die Einstellungen systematisch durchgefahren und gegen einen von Hand geprüften Referenzbestand gemessen. Die Einstellung war bereits am Optimum — jede Verschiebung, die Falschfunde reduzierte, kostete mehr echte Bäume, als sie Phantome entfernte. Ernüchternd, aber es hat uns davor bewahrt, monatelang an der falschen Stelle zu drehen.
Was schließlich getragen hat
Zwei Einsichten, beide eher unspektakulär.
Die erste: Kein einzelnes Merkmal entscheidet zuverlässig. Was trägt, sind mehrere Datenbestände desselben Gebiets, zu verschiedenen Zeitpunkten und mit verschiedenen Messverfahren aufgenommen — nicht, weil sie einzeln besser wären, sondern weil sie sich nicht an denselben Stellen irren. Wo eine Quelle blind ist, sieht eine andere.
Die zweite war die teurere: Wir hatten lange die falsche Frage gestellt. „Ist diese Fläche bewachsen?“ ist etwas grundlegend anderes als „ist dieser eine Punkt ein Baum?“ — und uns interessierte die zweite.
Wie genau wir das machen, steht hier nicht. Was hier steht, ist das Ergebnis, gemessen an Daten, die nicht von uns stammen.
Die Gegenprobe: gemessen an fremden Daten
Ein selbst gebauter Datensatz, den niemand nachgeprüft hat, ist eine Behauptung. Wir haben unseren Bestand deshalb in acht Vergleichen gegen fremde Daten gerechnet: zwei Prüfgebiete des bayerischen Landesamts, ein im Auftrag einer Stadt gerechnetes Fernerkundungsverfahren, eine von Hand am Bildschirm digitalisierte Referenz und vier kommunale Baumkataster, die vor Ort erhoben wurden.
Drei dieser Quellen entstehen wie unsere Daten aus der Luft. Wo ein Baum von oben nicht sichtbar ist, fehlt er in beiden Datensätzen — beide melden übereinstimmend „kein Baum“. Übereinstimmung ist dort zum Teil Selbstbestätigung. Härter sind deshalb die Baumkataster, die vor Ort erhoben wurden: Sie teilen unsere blinden Flecken nicht. Immerhin messen die bayerischen Daten mit einem anderen Sensor als wir — Luftbild gegen Laser —, das entkoppelt die Fehler wenigstens teilweise.
Wo ein Baum steht, steht er richtig. Gegen die amtlichen bayerischen Einzelbaumdaten weicht unsere Position im Median um 0,65 Meter ab, unsere Höhe im Betrag um 0,62 Meter (Streuung 1,45 m, Korrelation 0,982). Das ist keine kleine Stichprobe: 2,34 Millionen eindeutig zugeordnete Baumpaare im Prüfgebiet Nürnberg, dazu weitere 1,30 Millionen im zweiten bayerischen Prüfgebiet Würzburg mit praktisch gleichem Ergebnis (Lage 0,86 m, Höhe 0,63 m). Dass wir dabei systematisch rund einen Drittelmeter niedriger liegen, hat eine naheliegende Erklärung: Unsere Laserdaten im Prüfgebiet stammen von 2022, das Vergleichsprodukt von 2025 — drei Jahre Zuwachs liegen genau in dieser Größenordnung.
Wir erfinden kaum Bäume. Gegen dieselbe flächendeckende Referenz haben weniger als 3 Prozent unserer Bäume im Umkreis von zehn Metern überhaupt keine Entsprechung; legt man die strengere Fünf-Meter-Schwelle an, sind es rund 5 Prozent. Ein Teil davon dürften Bäume sein, die zwischen den beiden Erhebungszeitpunkten gefällt wurden — unsere Daten sind dort die älteren.
Und die Zahl, die wir am ehesten verschweigen könnten: Wir finden weniger Bäume als andere. Im direkten Vergleich gegen dieselbe, von Hand am Bildschirm digitalisierte Wahrheit in drei Wuppertaler Parkanlagen findet das Referenzverfahren 47,2 Prozent der Bäume, wir 31,3 Prozent. Das ist ein echter Rückstand, kein Messfehler. Ein Teil davon geht auf die Ausgangsdaten: Das Referenzverfahren wertet zwei Befliegungen aus, eine davon im laubfreien Zustand, in dem sich Einzelbäume im Bestand deutlich besser trennen lassen — wir rechnen aus einer einzigen Epoche. Unsere Lage ist dabei etwas genauer als die des Referenzverfahrens (2,30 gegen 2,65 Meter).
Der Rest ist eine Entscheidung, keine Panne. Unsere Erkennung verwirft im Zweifel. Ein erfundener Baum in einer Bauzeichnung ist teurer als ein fehlender. Die Kombination aus beiden Zahlen — 31 Prozent Wiederfindung, aber unter 3 Prozent ohne Entsprechung — beschreibt genau das: konservativ, nicht ungenau.
Der Rückstand ist dort am größten, wo die Kronen sich berühren: im Wald und im geschlossenen Parkbestand. Wo Bäume freier stehen, sieht es anders aus. Gegen das vor Ort erhobene Berliner Straßenbaumkataster finden wir zwei Drittel wieder (67,4 Prozent von 355.140 Bäumen ab fünf Metern Höhe). Der Schwerpunkt des Bestands liegt also bei freistehenden und straßenbegleitenden Bäumen — genau bei denen, die an einem Bauvorhaben Schatten werfen. Ein Forstinventar ist das ausdrücklich nicht: Wer eine Waldkante plant, sollte damit rechnen, dass wir im Wesentlichen die vorderste Reihe zeigen.
Es gehört zur Ehrlichkeit dazu, dass auch die Referenzverfahren an dieser Stelle an eine Grenze stoßen. Wuppertal leitet aus genau diesem Vergleich einen Korrekturfaktor von 1,6 für die eigene Baumzahl ab und hält fest, dass Bäume, die unterhalb des sichtbaren Kronendachs stehen, mit keinem Luftbildverfahren erkennbar sind. Das ist eine Grenze der Fernerkundung. Wir stehen von ihr nur weiter entfernt als andere.
Geprüft haben wir in vier Ländern — Nordrhein-Westfalen, Bayern, Berlin und Hamburg. In den übrigen rechnen wir nach demselben Verfahren, aber die Güte hängt am Ausgangsmaterial des jeweiligen Landes. Warum das mehr als eine Floskel ist, steht gleich im nächsten Abschnitt.
Nehmen Sie einen Ort, den Sie gut kennen — die eigene Straße, das letzte Projekt — und sehen Sie nach, welche Bäume drin sind und welche fehlen. Dafür braucht es kein Konto: In der 3D-Karte genügt der Schalter „Bäume“ oben in der Werkzeugleiste, „Baumschatten“ daneben zeigt den Schattenwurf.
Wenn dabei etwas fehlt, das offensichtlich dort steht: schreiben Sie uns mit der Adresse an info@deukos.de. Wir sehen es uns an und sagen Ihnen, woran es lag.
Was diese Daten nicht sind
Das gehört an diese Stelle und nicht ins Kleingedruckte.
Es sind abgeleitete Werte, keine Vermessung am Stamm. Standort und Höhe stammen aus amtlichen Fernerkundungsdaten. Sie sind für Planung, Verschattung und Visualisierung gut genug — sie sind keine verbindliche Auskunft und ersetzen weder eine Bestandsaufnahme vor Ort noch eine baumfachliche Beurteilung.
Es ist ein Stichtag, kein Livebild. Grundlage sind die Befliegungen der Länder, und die stammen je nach Land aus verschiedenen Jahren — in den geprüften Gebieten Nordrhein-Westfalen 2021 und Bayern 2022. Was seither gefällt oder gepflanzt wurde, steht nicht darin. Den Jahrgang des Landes, das Sie interessiert, nennen wir Ihnen auf Anfrage; welche Landesdaten je Bundesland zugrunde liegen, steht auf Datenquellen & Lizenzen.
Die Position ist die der Krone, nicht des Stammfußes. Aus der Luft sieht man die Krone; erkannt wird der höchste Punkt darin. Wo ein Baum schief steht oder am Hang wächst, liegt der Stamm daneben. Den Referenzen, gegen die wir messen, geht es übrigens genauso: Wuppertal weist seine „Stammpositionen“ ausdrücklich als Schwerpunkte der Kronenpolygone aus.
Die Kronenausdehnung ist ein Modellwert, keine Messung. Das ist der Punkt, an dem wir am deutlichsten werden müssen, weil er am leichtesten misszuverstehen ist. Aus der Luft lässt sich die Höhe eines Baumes gut bestimmen; seine Kronenausdehnung im Einzelfall nicht zuverlässig, schon gar nicht, wenn die Kronen sich berühren. Im Export steht deshalb je Baum ein Kronenradius — abgeleitet aus der gemessenen Höhe, mit einem Faktor, den wir an vor Ort gemessenen Baumkatastern kalibriert haben. Im Mittel trifft das gut: Gegen die Berliner und Kölner Katasterwerte, jeweils mehr als hunderttausend vor Ort gemessene Bäume, liegt der Faktor bei Straßenbäumen auf wenige Prozent genau richtig. Bei Park- und Gartenbäumen liegen wir mit demselben Faktor rund ein Achtel zu hoch. Für den einzelnen Baum gilt aber: Die Höhe erklärt nur etwa die Hälfte dessen, wie breit eine Krone tatsächlich ist. Zwei gleich hohe Bäume können unterschiedlich ausladend sein — unsere Daten wissen das nicht. Wer eine gemessene Kronenausdehnung für den konkreten Einzelbaum braucht, ist mit einem kommunalen Baumkataster besser bedient, wo es eines gibt.
Oberhalb von zwanzig Metern dämpfen wir den Verlauf seit kurzem, weil ein Baum mit dem Alter stärker in die Höhe als in die Breite wächst. Gemessen an denselben drei Baumkatastern wird dadurch keine Höhenklasse schlechter, und die ganz großen Bäume verlieren ihre systematische Überbreite. Zeichnerisch heißt das: Solitäre zeichnen wir jetzt eher etwas zu schmal als zu breit.
Diese Dämpfung wirkt im Export — in Ansicht, Schnitt, Lageplan, IFC, DXF, Rhino, Revit und in der Verschattungsrechnung. Die 3D-Ansicht im Browser liest aus vorgerechneten Kacheln und zeigt große Kronen weiterhin nach dem einfachen Verlauf. Wer beides nebeneinanderlegt, findet oberhalb von zwanzig Metern einen Unterschied.
Der Baum wird als Körper gerechnet, nicht als Blattwerk. In der Verschattung ist jede Krone undurchlässig, und zwar ganzjährig. Die Belaubungsart lässt sich aus unseren Daten nicht bestimmen, deshalb rechnen wir bewusst in die vorsichtige Richtung: Eine winterkahle Laubkrone lässt in Wirklichkeit einen erheblichen Teil des Lichts durch, im Sommer ist sie nahezu dicht. Eine Ertragsprognose kann damit zu niedrig ausfallen, aber nicht zu hoch. Den Baumanteil weisen wir getrennt vom Gebäudeschatten aus, damit sichtbar bleibt, welcher Teil des Ergebnisses aus dieser Annahme stammt.
Es gibt eine Erfassungsgrenze. Erfasst sind Bäume ab etwa fünf Metern Höhe. Was darunter liegt, ist in Höhendaten aus der Luft nicht sicher von Sträuchern, Hecken oder Fahrzeugen zu unterscheiden.
Es gibt keine Baumart. In keinem Bundesland ließ sich die Art aus den verfügbaren Daten belastbar bestimmen. Wir geben deshalb keine an, statt zu raten — auch nicht mittelbar über eine hübsch klingende Beschriftung. Wo in der Lieferung ein Feld zur Belaubung steht, steht dort „unbestimmt“.
Die Qualität hängt am Rohmaterial des jeweiligen Landes. Ein Teil der Länder rechnet sein Oberflächenmodell nicht aus Laserdaten, sondern aus überlappenden Luftbildern. Wird dieser Bildflug im Frühjahr vor der Belaubung geflogen, liefern kahle Äste keine zusammenhängende Oberfläche — laubabwerfende Bäume fehlen dann im Ausgangsmaterial weitgehend. Beim Laserscanning tritt das nicht auf, dort geben auch kahle Kronen Echos zurück. In Hamburg ist genau das der Fall: Das dortige Oberflächenmodell ist bildbasiert und wird laut Metadatensatz „jeweils im Frühjahr (vor Einsetzen der Belaubung)“ beflogen. Immergrüne Bäume finden wir dort so gut wie in Berlin oder Köln, laubabwerfende deutlich schlechter. Das ist keine Eigenheit unseres Verfahrens, sondern eine der Datengrundlage — wir schreiben es hin, weil ein Hamburger Nutzer es sonst selbst herausfinden müsste.
Wofür das gut ist — und wofür nicht
Wofür es sich lohnt:
- Machbarkeits- und Kubaturstudien, wenn noch niemand vor Ort war.
- Die Vorprüfung, ob auf oder neben dem Grundstück überhaupt nennenswerter Bestand steht, bevor Sie einen Termin mit dem Sachverständigen machen.
- Verschattungs- und Besonnungsstudien in der Entwurfsphase — mit dem Baumanteil getrennt ausgewiesen.
- Ansichten, Schnitte und Lagepläne, die den Ort zeigen, wie er ist.
- Das Gespräch mit Bauherr oder Nachbarn, in dem der Baum die eigentliche Streitfrage ist.
Wofür nicht:
- Der Baumbestandsplan zum Bauantrag. Der verlangt in den meisten Kommunen Art, Stammumfang in einem Meter Höhe und die gemessene Krone — und die haben wir nicht.
- Alles, was rechtlich bindet: Baumschutzsatzung, Fällantrag, Gutachten. Dort bleibt die Begehung maßgeblich.
- Ein Forstinventar oder eine Baumzählung. Im geschlossenen Bestand sind wir bewusst unvollständig, und die 764 Millionen sind keine Aussage über den tatsächlichen Baumbestand Deutschlands.
- Alles, wo es auf Zentimeter zur Kronenkante ankommt — Kranstellfläche, Gerüst, Schutzbereich.
Was in Ihrer Datei ankommt
Jeder Baum ist ein eigenes Objekt auf einer eigenen Ebene: Stamm und Krone als einfacher Körper — und dort, wo das Format Eigenschaften kennt (IFC, Revit), zusätzlich Höhe, Kronenradius, Stammradius und Kronenansatz. Bewusst schlicht — es geht um Volumen und Schatten, nicht um Blätter. In der IFC-Lieferung hängen die Bäume an einem eigenen Typ, sodass Revit und ArchiCAD „alle Instanzen dieses Typs“ auswählen und gegen die eigene Bibliothek austauschen können; im Rhino-Paket liegen sie unter einem eigenen Layer, im DXF-Lageplan auf einer eigenen Ebene. Wer sie nicht will, blendet eine Ebene aus. Wer einen Baum ergänzen oder löschen muss, tut das in seinem Programm.
In Ansicht, Schnitt, Lageplan, Bereichs-Export und Verschattungsbericht sind die Bäume zuschaltbar und standardmäßig ausgeschaltet — sie sollen niemandem ungefragt in die Zeichnung wachsen.
Nicht die Kronenbreite — die führen andere sehr wohl, und teils gemessen statt modelliert. Neu ist die Kombination: bundesweit, Einzelbaum, und direkt in dem Format, in dem geplant wird. Uns ist kein anderer Anbieter bekannt, der einen deutschlandweiten Einzelbaumbestand als IFC, DXF, Rhino oder Revit ausgibt. Einzelne Bestandteile davon gibt es sehr wohl anderswo — Bayern hat landesweite Einzelbaumdaten, für einzelne Städte existieren Forschungsdatensätze mit gemessenen Kronen, kommunale Kataster führen Art, Stammumfang und Kronendurchmesser. Nur eben nicht bundesweit, nicht durchgängig und nicht in CAD.
Zum Schluss noch einmal die Bitte von oben, weil sie ernst gemeint ist: Prüfen Sie die Daten an einem Ort nach, den Sie kennen. Rückmeldungen dazu sind uns lieber als jede Zahl, die wir selbst über uns schreiben — die Daten sind heute unter anderem deshalb besser als vor einem Jahr.
Adresse eingeben, in der Werkzeugleiste „Bäume“ anhaken — der Baumbestand ist in allen sechzehn Bundesländern da. Ansehen kostet nichts und braucht kein Konto.
Karte öffnen Technische Angaben zum Baumbestand →