Kurz: Eine DEUKOS-Ansicht zeigt ganze Fassaden, so wie man sie von der Linie aus sieht. Gebäude, durch die die Linie läuft, lässt sie deshalb vollständig weg und vermerkt ihre Zahl im Plankopf. Die Linie gehört vor die Fassade, nicht ins Haus.
So entsteht eine Ansicht
- Linie: Du klickst Anfang und Ende auf der Karte. Die Linie ist der Standort, von dem aus Du auf die Bebauung schaust, mindestens 2 m lang.
- Blickseite und Sichttiefe: Du ziehst zur Seite, in die Du schauen willst. Das orange Feld zeigt den Sichtbereich: ein Rechteck so lang wie die Linie und so tief wie die Sichttiefe (vorgeschlagen 30 m, im Dialog 5 bis 200 m).
- Gebäude auswählen: In die Ansicht kommt jedes amtliche 3D-Gebäude, das den Sichtbereich berührt. Wer berührt, kommt ganz, auch wenn ein Teil hinter der Sichttiefe liegt.
- Gebäude auf der Linie weglassen: Kreuzt die Linie ein Gebäude, bleibt es vollständig draußen. Wo die amtlichen Daten mehrere Bauteile einem Gebäude zuordnen, gilt das für alle Teile gemeinsam.
- Zeichnen: Die Gebäude werden senkrecht auf die Linie projiziert. Verdeckte Kanten fallen weg, die Flächen bekommen Grautöne nach Entfernung, vorn dunkler, hinten heller. Dazu kommen die Geländelinie aus dem Höhenmodell und Höhenkoten in m NHN.
Warum Gebäude auf der Linie fehlen
Eine Ansicht beantwortet die Frage: Was sehe ich, wenn ich an dieser Linie stehe und in diese Richtung schaue? Ein Gebäude, in dem die Linie liegt, steht nicht vor Dir, sondern um Dich herum. Seine Fassade ist von der Linie aus nicht zu sehen. Würden wir es trotzdem zeichnen, läge seine Rückwand als große Fläche vor allem anderen und verdeckte die Bebauung dahinter.
Wir zeichnen ein solches Gebäude auch nicht halb. Ein Haus, von dem nur der hintere Teil im Plan steht, sieht aus wie ein Datenfehler und lässt sich nicht lesen. Deshalb gilt eine einfache Regel: ganz oder gar nicht. Der Plankopf nennt die Zahl, etwa „1 Gebäude von der Schnittlinie geschnitten und nicht dargestellt“.
So sieht das an einem echten Ort aus: dieselbe Linie am Historischen Rathaus in Marburg, einmal sieben Meter vor der Fassade auf dem Markt, einmal parallel dazu fünf Meter im Gebäude. Beide Ansichten sind unverändert aus dem Export, Blick nach Südosten, Sichttiefe 40 m. Siehe auch: Ansicht und Umgebung für die Bauvoranfrage.
Warum wir Gebäude nicht aufschneiden
Naheliegend wäre, das Gebäude auf der Linie einfach als Schnitt zu zeichnen. Das geben die Daten aber nicht her. Die amtlichen 3D-Gebäude der Länder (Detailstufe LoD2) beschreiben die Hülle: Grundriss, Außenwände und Dachform. Geschosse, Decken, Innenwände und Treppen kommen darin nicht vor. Ein aufgeschnittenes LoD2-Gebäude wäre ein gefüllter Block in Hausform. Er sähe aus wie ein Gebäudeschnitt, sagte aber nichts darüber, was im Haus ist.
Eine Ansicht dagegen zeigt genau das, was die Daten wirklich enthalten: Umriss, Traufe, First und Dachform aus der Entfernung. Deshalb bleiben wir bei der Ansicht und lassen weg, was sie nicht zeigen kann.
Für das Gelände ist ein echter Schnitt dagegen sinnvoll, weil das Höhenmodell die Geländeoberfläche flächig beschreibt. Mit dem Haken „Nur Gelände (ohne Gebäude)“ wird aus der Ansicht ein Geländeschnitt bis 5 km Länge.
Was auf dem Blatt steht
| Inhalt | Herkunft | DXF-Ebene |
|---|---|---|
| Gebäudeumrisse und sichtbare Kanten | amtliche 3D-Gebäude (LoD2), verdeckte Kanten entfernt | DEUKOS_OUTLINE, DEUKOS_EDGES |
| Fassaden- und Dachflächen in Grautönen, vorn dunkler | LoD2 | Z-FILL_BUILDINGS |
| Geländelinie entlang der Linie | amtliches Höhenmodell (DGM1) | T-TERRAIN_GLOBAL |
| Höhenkoten an Traufe und First, in m NHN | LoD2 | TXT-KOTEN |
| Übersichtslageplan mit Linie und Blickrichtung | Flurstücke und Nutzung aus ALKIS, wo frei verfügbar | K-LAGEPLAN… |
| Plankopf mit Maßstab, Quelle und Vermerk über weggelassene Gebäude | DEUKOS | TXT-META |
Den Maßstab setzt DEUKOS so, dass die Zeichnung auf das Blatt passt. Das PDF ist zum Ansehen und Drucken, die DXF zum Weiterzeichnen im CAD. Siehe auch: Umgebungsplan im selben Projekt, Luftbild zur Lage und Ansichten in ArchiCAD weiterbearbeiten.
Häufige Fehler und wie Du sie vermeidest
Linie liegt im Haus
Das Blatt bleibt leer oder zeigt nur die hinteren Gebäude. Lege die Linie einige Meter vor die Fassade, auf Straße, Gehweg oder Platz.
Linie streift das Nachbarhaus
Reicht die Linie seitlich über die Hausecke des Nachbarn, fällt auch dieses Haus weg. Kürze die Linie oder rücke sie weiter vor die Fassaden.
Falsche Blickseite
Die Ansicht zeigt dann die Häuser hinter Dir. Achte beim Ziehen darauf, dass das orange Feld über den Gebäuden liegt, die Du sehen willst.
Sichttiefe zu klein
Gebäude, die das orange Feld nicht berühren, fehlen. Erhöhe die Sichttiefe im Dialog, bis die gewünschten Häuser darin liegen.
Ansicht, Geländeschnitt, Straßenabwicklung
Für eine gerade Linie nimmst Du „Ansicht zeichnen“. Für eine Straße mit Knicken gibt es die Straßenabwicklung: eine Polylinie, aus der die ganze Straßenfront entsteht. Dort gilt dieselbe Regel, deshalb gehört auch die Polylinie in den Straßenraum. Wie Du Schritt für Schritt vorgehst, steht in der Anleitung Straßenansicht zeichnen. Siehe auch: eigenen Entwurf in die Ansicht einsetzen.
Was die Ansicht nicht kann
- Kein Aufmaß: Fenster, Türen, Gesimse und Balkone sind in LoD2 nicht enthalten.
- Dachformen sind amtlich vereinfacht; Gauben und kleine Aufbauten fehlen oft.
- Kein Gebäudeschnitt: Innenleben gibt es in den Daten nicht.
- Die Daten haben den Stand ihrer letzten amtlichen Fortführung; Neubauten können fehlen.
Ansicht auf der Karte zeichnen
Häufige Fragen
- Warum ist meine Ansicht leer?
- Meist liegt die Linie in einem Gebäude. Gebäude, durch die die Linie läuft, zeichnet die Ansicht nicht; liegt dahinter innerhalb der Sichttiefe nichts mehr, bleibt nur die Geländelinie. Der Plankopf nennt dann die Zahl der weggelassenen Gebäude. Lege die Linie einige Meter vor die Fassade, zum Beispiel auf die Straße, und erzeuge die Ansicht neu.
- Warum zeichnet DEUKOS das geschnittene Gebäude nicht als Schnitt?
- Die amtlichen 3D-Gebäude (LoD2) bestehen nur aus Außenwänden und Dach. Geschosse, Decken und Innenwände sind darin nicht enthalten. Ein aufgeschnittenes Gebäude wäre deshalb ein gefüllter Block, der einen Gebäudeschnitt nur vortäuscht.
- Was ist die Sichttiefe?
- Wie weit hinter der Linie Gebäude in die Ansicht eingehen, in Metern. Vorgeschlagen sind 30 m, im Dialog sind 5 bis 200 m möglich. Ein Gebäude kommt hinein, sobald es den Sichtbereich berührt, und wird dann ganz gezeichnet.
- Wie lang muss die Linie sein?
- Mindestens 2 Meter. Für Ansichten mit Gebäuden gilt: Länge mal Sichttiefe bis 150.000 m². Mit „Nur Gelände“ sind Geländeschnitte bis 5 km Länge möglich.
- Woher kommen die Höhen?
- Gebäude aus den amtlichen 3D-Gebäudemodellen (LoD2) der Länder, das Gelände aus dem amtlichen Höhenmodell (DGM1). Die Koten stehen in Metern über Normalhöhennull (NHN).
- In welchen Formaten bekomme ich die Ansicht?
- Als PDF mit Plankopf und Maßstab und als DXF für das CAD-Programm, mit eigenen Ebenen für Umrisse, Kanten, Flächen, Gelände und Koten.
- Ersetzt die Ansicht ein Aufmaß?
- Nein. Die Ansicht ist eine Planungsgrundlage aus amtlichen Gebäude- und Höhendaten, ohne Fenster, Türen und Fassadendetails. Für Maße am Bestand braucht es ein Aufmaß.
Beispiel: Historisches Rathaus Marburg, Markt 1, Ansichten erzeugt am 21.10.2026 mit dem Export von DEUKOS. Datengrundlage: Geobasisdaten HVBG Hessen (dl-de/by-2-0), Daten bearbeitet durch deukos.de.

