Der Baum, der im Juli harmlos aussieht, steht im Dezember 35 Meter weit im Weg. Wer Verschattung nur im Sommer betrachtet, übersieht fast jeden kritischen Fall — und wer sie aus dem Luftbild schätzt, kennt die Höhen nicht, auf die es ankommt.
Vorab zur Einordnung: Automatischer Richtwert aus amtlichen Geobasisdaten — kein Gutachten, keine Genehmigungsgrundlage. Die Auslegung einer Anlage gehört in die Hand eines Fachbetriebs.
Die vier Verfahren
| Verfahren | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|
| Horizontmessung vor Ort Fischaugenkamera, Horizontmesser |
Im Bestand das genaueste Verfahren — erfasst auch, was in keinem Modell steht | Braucht einen Termin am Objekt; bildet den Zustand am Messtag ab |
| Simulation aus 3D-Modell LoD2, Gelände, Baumbestand |
Ohne Termin, flächendeckend, Sommer und Winter im Vergleich | Steht und fällt mit der Genauigkeit des Modells |
| Schätzung aus Luftbildern viele Online-Rechner |
Sofort verfügbar, kostenlos | Keine verlässlichen Höhen — hoher Baum und flacher Busch sehen gleich aus |
| Faustformel über den Abstand | Im Kopf zu rechnen | Nur eine erste Einordnung, keine Grundlage für eine Auslegung |
Warum der Winter entscheidet
Auf 51 Grad Nord — etwa auf der Höhe von Köln, Erfurt oder Dresden — steht die Sonne am 21. Juni mittags rund 62° über dem Horizont, am 21. Dezember nur rund 16°. Derselbe zehn Meter hohe Baum wirft im Sommer gut fünf Meter Schatten und im Winter rund 35 Meter.
Fast jede kritische Verschattung entsteht in diesem flachen Winterstand. Eine Betrachtung, die nur den Sommer ansieht, übersieht das Problem zuverlässig.
Der Punkt, der am häufigsten übersehen wird
Geometrischer Schatten ist nicht gleich Ertragsverlust
Verschattete Zellen wirken in einem String wie ein Widerstand. Bypass-Dioden begrenzen den Schaden, aber je nach Verschaltung und Wechselrichtertopologie kann ein Schatten über wenige Prozent der Fläche einen überproportionalen Leistungseinbruch auslösen.
Alle geometrischen Verfahren — auch das hier beschriebene — berechnen die Einstrahlung, nicht das elektrische Verhalten der Anlage. Wie stark sich ein Schatten am Ende auswirkt, hängt an der Modulverschaltung und gehört in die Auslegung durch einen Fachbetrieb.
Wie DEUKOS rechnet
DEUKOS nutzt das zweite Verfahren — Simulation aus Geometrie, ohne Termin:
- Nachbarbebauung: amtliches LoD2-Gebäudemodell der Landesvermessung, Höhen aus amtlicher Vermessung statt aus Bildschätzung.
- Gelände: Geländemodell DGM1 im Meterraster.
- Vegetation: ein aus Laserscan-Daten abgeleiteter Baumbestand — ein Schätzwert, kein Baumkataster.
- Sonnenstand: NOAA-Algorithmus über pvlib; Ertragsintegration über PVGIS.
Grenzen, klar benannt
- Der Baumbestand stammt aus einer Befliegung, die mehrere Jahre zurückliegen kann. Fällungen, Neupflanzungen und Zuwachs sind nicht enthalten.
- Die Baumart ist aus Laserscan-Daten nicht bestimmbar. Jeder Baum wird ganzjährig als verschattend gerechnet — bei Laubbäumen fällt der reale Winterertrag daher höher aus als ausgewiesen.
- Gauben, Schornsteine und Dachfenster sind im LoD2-Standard nicht enthalten und werden nicht berücksichtigt.
- Gerechnet wird die Einstrahlung, nicht die Elektrik der Anlage.
Verschattung am eigenen Dach ansehen
Adresse eingeben, Gebäude wählen — Sonnenbahn, Dach-Heatmap und der Monatsvergleich mit und ohne Baumverschattung entstehen in wenigen Sekunden.
Zum Solar-CheckAutomatischer Richtwert aus amtlichen Geobasisdaten — kein Gutachten, keine Genehmigungsgrundlage.
Datengrundlage: LoD2-Gebäudemodelle, Geländemodell DGM1 und Laserscan-Daten der Landesvermessungsämter, Lizenz je Land (überwiegend Datenlizenz Deutschland Zero 2.0). Sonnenstand nach NOAA/pvlib, Ertragsintegration über PVGIS (Joint Research Centre der Europäischen Kommission). Sonnenhöhen gerundet für 51° nördliche Breite.
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