Zwischen „sonnig" und „halbschattig" liegen drei Stunden Sonne am Tag. Ob eine Fläche sie bekommt, entscheidet nicht die Himmelsrichtung allein — sondern was ringsum steht und wie hoch die Sonne im jeweiligen Monat überhaupt kommt.
Vorab zur Einordnung: Automatischer Richtwert aus amtlichen Geobasisdaten — kein Gutachten, keine Genehmigungsgrundlage. Für Bauanträge und nachbarrechtliche Fragen gelten eigene Regeln — dazu unten mehr.
Was die Standortangaben bedeuten
| Angabe | Direkte Sonne pro Tag | Typisch für |
|---|---|---|
| sonnig | mehr als 6 Stunden | Gemüse, Rosen, mediterrane Kräuter |
| halbschattig | etwa 3 bis 6 Stunden | Hortensien, Funkien, viele Beerensträucher |
| schattig | weniger als 3 Stunden | Farne, Waldstauden, Efeu |
Maßgeblich ist die Vegetationszeit von etwa April bis Oktober — nicht das Jahresmittel. Ein Platz, der von November bis Februar im Schatten liegt, kann trotzdem ein sonniger Standort sein.
Warum die Schätzung nach Gefühl daneben geht
Drei Effekte wirken zusammen:
- Der Schatten wandert über den Tag. Eine Fläche kann vormittags voll besonnt sein und ab dem frühen Nachmittag dauerhaft im Schatten liegen. Wer zweimal nachmittags hinausgeht, hält sie für schattig.
- Der Sonnenstand ändert sich über das Jahr. Auf 51° Nord steht die Sonne am 21. Juni mittags rund 62° hoch, am 21. Dezember nur rund 16°.
- Bäume verschatten anders als Häuser. Laubbäume lassen im Winterhalbjahr Licht durch, Nadelbäume nicht.
Die Schattenlänge zum Nachrechnen
- Sonnenstand 62° (21. Juni, mittags): Schatten ≈ 0,5 × Höhe. Ein 8 m hohes Haus wirft gut 4 m.
- Sonnenstand 16° (21. Dezember, mittags): Schatten ≈ 3,5 × Höhe. Dasselbe Haus wirft rund 28 m.
Am späten Nachmittag wird es in beiden Fällen deutlich länger — dann steht die Sonne auch im Sommer flach.
Den Verlauf sichtbar machen
Drei Wege führen zu dieser Einschätzung:
- Ein Jahr beobachten — zuverlässig, aber langsam.
- Skizze mit Sonnenstand und Schattenlänge — mit den Werten oben in einer halben Stunde gemacht, ausreichend für eine grobe Einordnung.
- Rechnerisch aus Geobasisdaten — Gebäudehöhen und Baumbestand aus amtlichen Daten, Sonnenstunden je Quadratmeter.
Was diese Karte ist — und was nicht
- Sie zeigt die Freifläche des Flurstücks auf 1 m Höhe an zwei Stichtagen bei wolkenfreiem Himmel.
- Sie ist eine Orientierung für Sitzplatz, Terrasse und Bepflanzung.
- Sie ist kein Besonnungsgutachten nach DIN 5034 — das bewertet Innenräume an der Fenstermitte und wird von Fachbüros erstellt. Wenn es um einen Bauantrag oder eine nachbarrechtliche Auseinandersetzung geht, führt daran kein Weg vorbei: was dabei verlangt wird.
Grenzen der Rechnung
Woran man denken muss
- Gerechnet wird die direkte Strahlgeometrie an zwei Stichtagen bei wolkenfreiem Himmel — kein Jahresmittel, kein Diffuslicht. An einem trüben Junitag ist es unabhängig davon dunkler.
- Die Baumart ist aus Laserscan-Daten nicht bestimmbar. Jeder Baum wird ganzjährig als verschattend gerechnet; bei Laubbäumen ist der Winterwert daher eher zu ungünstig.
- Der Kronendurchmesser ist nicht gemessen, sondern aus der Baumhöhe abgeleitet.
- Der Baumbestand stammt aus einer Befliegung, die mehrere Jahre zurückliegen kann — Fällungen und Zuwachs fehlen.
- Hecken, Zäune, Pergolen und Gartenhäuser sind in den amtlichen Daten nicht enthalten.
Die Sonnenstunden des eigenen Grundstücks ansehen
Adresse eingeben, Flurstück wählen — die Besonnungskarte für den 21. Juni und den 21. Dezember entsteht in wenigen Sekunden.
Zur KarteAutomatischer Richtwert aus amtlichen Geobasisdaten — kein Gutachten, keine Genehmigungsgrundlage.
Datengrundlage: LoD2-Gebäudemodelle, Geländemodell DGM1 und Laserscan-Daten der Landesvermessungsämter, Lizenz je Land (überwiegend Datenlizenz Deutschland Zero 2.0). Sonnenstand nach NOAA/pvlib. Sonnenhöhen und Schattenlängen gerundet für 51° nördliche Breite; die gärtnerischen Standortangaben sind Konvention, keine Norm.
Weiter: Besonnungsnachweis für den Bauantrag · Verschattung bei Photovoltaik berechnen
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