- Problem: Klassische 3D-Stadtmodelle kommen als Mesh-Klotz in ArchiCAD an — kein Schnitt funktioniert, keine Ansicht, keine Flächenermittlung.
- Lösung: DEUKOS liefert IFC 4 mit getrennten Bauteilen
(
IfcWallfür Wände,IfcRooffür Dächer) — direkt ins ArchiCAD-Projekt ziehbar, sofort schnittfähig. - Bonus: Flurstücke sind im IFC drin, das Gelände nach ALKIS-Nutzung (Straße / Grünfläche / Wasser / Wald) ist als Extra-Option dabei.
- Aufwand: ~5 Minuten von der Adresseingabe bis zum verlinkten Stadtkontext im ArchiCAD-Projekt.
Das Mesh-Problem in ArchiCAD
Wer einmal ein heruntergeladenes 3D-Stadtmodell in ArchiCAD aufgemacht hat, kennt das Bild: ein dichter Triangulations-Brei, in dem weder Wände noch Dächer als eigenständige Elemente erkennbar sind. ArchiCAD zeigt zwar das Modell, aber:
- Schnittebene durch die Bauten → wirre Linien-Kombination, keine Außenkanten.
- Ansichten Nord/Süd/Ost/West → unsaubere Silhouette, weil Volumen-Geometrie fehlt.
- Flächenermittlung pro Wand → unmöglich, weil keine Wand-Objekte da sind.
- Materialzuweisung → nur global aufs ganze Mesh, keine Differenzierung.
In Bauanträgen und Wettbewerbsbeiträgen, wo Schnitte und Ansichten maßstabsgerecht gezeigt werden müssen, ist das untauglich. Für reine Visualisierung in Twinmotion oder Lumion reicht's, für ArchiCAD-Bordmittel nicht.
Warum CityGML & Mesh-Konverter scheitern
Stadtmodelle der Vermessungsverwaltung kommen ursprünglich als
CityGML — ein semantisches Format mit klarer
Trennung von bldg:WallSurface, bldg:RoofSurface und
bldg:GroundSurface. Diese Information ist in den Daten enthalten.
Sie wird aber bei den meisten kostenlosen Konvertern (sketchfab, geofabrik,
OSM-Buildings, freie 3D-Tile-Services) zu einem flachen Mesh zusammengebacken,
weil deren Zielformat (3D-Tiles, OBJ, GLB) das nicht differenziert.
ArchiCAD selbst kann CityGML nicht direkt importieren. Wer den Umweg über OBJ oder SketchUp nimmt, landet wieder beim Mesh — die Bauteilstruktur geht spätestens beim ersten Format-Hop verloren.
Die Trennung in IfcWall und IfcRoof ist genau das,
was BIM-Software wie ArchiCAD nativ versteht. Wenn ein IFC mit dieser Struktur
ankommt, behandelt ArchiCAD die Elemente als regulären Stadtkontext —
layerbar, materialisierbar, schnittfähig. Das ist der Unterschied zwischen
„Stadtmodell zum Anschauen" und „Stadtmodell zum Bearbeiten".
Der ArchiCAD-Workflow in 4 Schritten
- Bereich auswählen. In DEUKOS Adresse eingeben — Schlossstraße 12, Berlin oder Königsallee 27, Düsseldorf. Karte fliegt zur Position. Über das „Bereich auswählen"-Werkzeug ein Rechteck um das Vorhaben aufziehen (typisch 100 m × 100 m bis 500 m × 500 m).
- Export-Dialog: IFC + Optionen. „Bereich exportieren" öffnet das Modal. Standard ist ALKIS + LoD2-Gebäude. Hier optional auch das Gelände aktivieren — es wird automatisch nach ALKIS-Nutzungsart (Straße, Grünfläche, Wald, Gewässer) und nach Flurstück differenziert. Format auf IFC 4 setzen, Export starten.
- IFC herunterladen + ArchiCAD öffnen. Nach 30-60 Sekunden ist das IFC bereit. Heruntergeladene .ifc-Datei mit dem Finder/Explorer auswählen und einfach ins offene ArchiCAD-Fenster ziehen — fertig. ArchiCAD erkennt das Format nativ und fragt nach dem Site-Origin.
- „Auto Origin to Origin" wählen. Im ArchiCAD-Import-Dialog die Option „Auto Origin to Origin" oder „Per Verknüpfung" setzen. Das Modell sitzt dann zentriert am Projektursprung — Koordinaten bleiben klein, kein 5000-km-Drift. Das war's: Wände und Dächer als getrennte ArchiCAD-Elemente, Flurstücke als zugeordnete Geometrie, optional Gelände nach Nutzung.
Was im IFC drin ist — konkret
Standard-Inhalt des DEUKOS-IFC:
IfcWallfür jede Außenwand jedes Gebäudes — einzeln klickbar in ArchiCAD, mit eigenem Volumen, Höhe, Property-Set (gml:id, Bundesland-Quelle, Aufnahmedatum, Höhe gemessen).IfcRooffür jedes Dach mit Dachform-Property (Sattel-, Walm-, Flach-, Pult-Dach), als Volumengeometrie nicht nur als Fläche.- Flurstücke als zugewiesene
IfcSpace-Objekte mit Flurstückskennzeichen, Lage und ALKIS-Daten — verfügbar für 15 von 16 Bundesländern (Bayern liefert ALKIS kostenpflichtig, läuft separat). - Site-Origin in der Mitte des Bereichs gesetzt, Drehung Nord-orientiert.
Gelände-Option: differenziert nach Nutzung
Wenn beim Export das Gelände aktiviert ist, kommt es nicht als anonymer Boden-Teppich. Stattdessen:
- Nach ALKIS-Nutzungsart getrennt: Straße, Gehweg, Parkplatz, Grünfläche, Wald, Gewässer, Acker — jede Nutzungsklasse als eigenes Geometrie-Objekt. So lässt sich in ArchiCAD per Layer schalten oder direkt mit dem richtigen Material (Asphalt, Wiese, Wasser) belegen.
- Nach Flurstück getrennt: jedes Flurstück mit eigenem Bodenstück und Flurstücksnummer als Property. Praktisch für Abstandsflächen-Nachweis oder Texturierung nur des eigenen Grundstücks.
Wer das Gelände nicht braucht, lässt das Häkchen aus → schlankes IFC nur mit Bauwerken plus Flurstücks-Polygonen.
Was sich konkret im ArchiCAD-Bordmittel ändert
Schnitte mit der Schnittebene. Funktionieren direkt aus dem ArchiCAD-Werkzeug. Außenkanten kommen scharf, Geschosse als Linien, Dachneigungen sauber.
Ansichten Nord/Süd/Ost/West. Mit einem Klick aus den ArchiCAD-Standard-Views, weil das IFC eine echte 3D-Volumengeometrie ist und keine Hülle.
Flächenabwicklungen pro Wand. ArchiCAD kann jede einzelne Wand vermessen — Höhe, Breite, Fläche — weil sie ein eigenes Objekt ist.
Verschattungs-Studien. Die Nachbarbebauung im IFC dient direkt als Schatten-Caster in ArchiCADs Sun-Study. Kein separates Plugin nötig.
Layer-Steuerung. Wenn das Gelände nach Nutzung getrennt reinkommt, lässt sich z.B. nur die Straße + Grünfläche zeigen, der Wald ausschalten — alles über die Standard-Layer-Schaltung in ArchiCAD.
Andere CAD-Programme — gleicher Workflow
Was für ArchiCAD funktioniert, geht in den meisten BIM-Programmen ähnlich:
- Revit: IFC verknüpfen (nicht öffnen!) statt Drag-and-Drop — siehe Revit-Import-Workflow. Auto-Origin-to-Origin, dann gleiche Bauteil-Trennung wie in ArchiCAD.
- Vectorworks Architektur: IFC nativer Import, getrennte Bauteile bleiben als Symbole erhalten.
- Allplan: IFC-Import wie Revit, Layer-Mapping pro
IfcRoof/IfcWall. - Cadwork: über IFC-Import in das Architekturmodul.
- Rhino + VisualARQ: IFC-Import nativ, gut für Wettbewerbs-Renderings.
- SketchUp: über IFC-Plugin, eher als Geometrie-Referenz, weniger BIM.
- Cinema 4D / Blender / 3ds Max: über OBJ-Export — Bauteilstruktur geht verloren, Geometrie bleibt sauber für Rendering-Zwecke.
Was das fürs Architekturbüro praktisch heißt
Eine vollständige Bauvoranfrage mit eingebettetem Stadtkontext besteht aus Lageplan, Schnitt, Ansichten Nord/Süd/Ost/West, Höhenprofil, Verschattungs-Studie. Klassisch sind das 3-5 volle Arbeitstage Vorbereitungszeit, davon 1-2 Tage allein für den Stadtkontext-Teil. Mit einem sauberen IFC + ALKIS + DGM1 schrumpft das auf einen halben Tag — der gesparte Aufwand fließt in die eigentliche Architektur statt in Daten-Akrobatik.
DEUKOS macht keinen Geländezauber: die zugrundeliegenden LoD2-Daten sind das, was die Vermessungsverwaltung der Bundesländer bereitstellt (Genauigkeit ± 50 cm, keine Innenwände). Was DEUKOS leistet, ist die Pipeline davor: rohe CityGML-Daten von 16 Bundesländern in einen einheitlichen IFC-Standard zu überführen, mit ALKIS-Lagedaten zu kombinieren, das Gelände aus DGM1 sauber drunter zu kleben — und beim Export einen sauberen Site-Origin zu setzen. Die Alternative wäre: jeder im Büro lädt selbst CityGML aus 16 verschiedenen Geoportalen und kämpft mit UTM-Zonen und Konvertern.
DEUKOS ist im Early Access — kostenfrei mit 4 ha Bereichs-Export pro Monat. Adresse eingeben, Bereich aufziehen, IFC herunterladen.
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