In Kürze
  • Problem: Revit kennt CityGML nicht. Direkt importierte LoD2-Modelle landen entweder gar nicht im Projekt, oder 5 000 km vom Ursprung entfernt.
  • Lösung: Den Umweg über IFC 4 nehmen — mit getrennten Bauteilen statt Mesh-Suppe.
  • Aufwand mit DEUKOS: ca. 5 Minuten vom Adresseintrag bis zum verlinkten IFC im Revit-Projekt.

LoD2 (Level of Detail 2) liefert die Grundlage, die jedes Architekturbüro für Vorentwurf, Wettbewerb und Bauvoranfrage braucht: Gebäudegrundrisse, Höhen, Dachformen — flächendeckend, von der Vermessungsverwaltung gepflegt, mit Genauigkeit ± 50 cm. Das Problem: die Daten kommen als CityGML, und CityGML ist eine Welt für GIS-Profis, nicht für BIM-Anwender.

Wer schon einmal eine CityGML-Datei direkt nach Revit gezogen hat, weiß was wir meinen: Revit kennt das Format nicht, der Import bricht ab oder produziert eine ferngerückte Punktwolke ohne erkennbare Struktur. Wir zeigen den Workflow, der zuverlässig funktioniert.

Warum CityGML in Revit nicht direkt funktioniert

CityGML ist ein XML-basiertes GIS-Format mit Schwerpunkt auf semantischen Stadtmodellen — Wände, Dächer, Bodenplatten als bldg:WallSurface, bldg:RoofSurface etc. Revit dagegen erwartet eine Building-Information-Modell-Welt mit IfcWall, IfcSlab, IfcRoof. Die Konzepte sind nah, aber nicht identisch.

Dazu kommt der Klassiker: Koordinatensysteme. CityGML aus Bayern liegt in EPSG:25832 (UTM 32N) mit Rechtswerten um 500 000 und Hochwerten um 5 400 000. Revit interpretiert das beim Import als Millimeter — das Modell landet 5 000 km vom Projektursprung entfernt. Wer da zwei Stunden mit Verschieben verbringt, hat nichts gewonnen.

Der saubere Weg: über IFC

Die robuste Lösung ist der Umweg über IFC (Industry Foundation Classes). IFC versteht Revit nativ, und ein gutes IFC-Modell aus LoD2-Daten enthält bereits:

Wer das CityGML selber in IFC umbaut, ist mehrere Tage beschäftigt — die AdV-Spezifikation alleine ist 200 Seiten. DEUKOS macht den Schritt automatisch. Was du aus DEUKOS exportierst, ist sofort revit-tauglich.

Der Workflow in 5 Schritten

  1. Bereich aussuchen. In DEUKOS Adresse eingeben oder zur Karte navigieren. Die LoD2-Gebäude werden als 3D-Tiles geladen. Per Klick eines oder mehrere Gebäude auswählen oder per Polygon-Tool einen Bereich aufziehen.
  2. Site-Origin festlegen. DEUKOS schlägt automatisch einen lokalen Ursprung vor (in der Mitte des gewählten Bereichs). Das hält die Koordinaten in Revit klein. Wer einen eigenen Punkt setzen will, kann ihn manuell wählen.
  3. IFC exportieren. Im Export-Dialog "IFC" wählen. Du bekommst ein IFC 4-File mit benannten Stockwerken (IfcBuildingStorey), Wänden, Dächern und Geländekontur.
  4. In Revit als Verknüpfung einfügen. In Revit: Einfügen → IFC verknüpfen (nicht "IFC öffnen" — das macht ein eigenes Projekt!). Beim Verknüpfungsdialog "Auto — Origin to Origin" wählen. Das Modell sitzt jetzt am Ursprung deines Projekts.
  5. Geographische Lage setzen. Falls du den echten Standortbezug willst (für Sonnenstand, Verschattung): Verwalten → Standort, Adresse eingeben oder Lat/Lon aus dem DEUKOS-Export-Dialog (steht im IFC-Header). Damit hat Revit den realen Geo-Bezug, ohne dass die Geometrie wandert.

Häufige Stolperfallen

"Modell ist nicht sichtbar"

Klassiker: Revit zeigt die LoD2-Gebäude nicht, obwohl der Import durchgelaufen ist. Ursache fast immer: Sichtbarkeits-Filter. IFC-Verknüpfungen erscheinen in einem eigenen Worksetting. Per Sichtbarkeit/Grafik (VG)Verknüpfungen-Tab kontrollieren. Auch der Aktive-Plan-Filter beißt manchmal — LoD2-Gebäude liegen im "Site"-Workset, nicht im "Architektur"-Workset.

"Wände sind durchsichtig"

LoD2-Daten haben keine Materialien, nur Geometrie. Revit interpretiert Wände ohne Material als gläsern. Lösung: VG → IFC-Verknüpfung → Override, ein graues Material zuweisen. Oder den Material-Mapping-Schritt schon im DEUKOS-Export aktivieren.

"Höhen passen nicht"

Hier kommt der Höhenbezug ins Spiel. Amtliche LoD2-Daten kommen mit orthometrischen Höhen (DHHN2016 / NHN), nicht ellipsoidisch. Wenn dein Revit-Projekt einen Site-Höhenpunkt von 0 m hat, und das LoD2-Gebäude kommt mit Erdgeschoss bei 178 m (echte NN-Höhe), liegt das Modell entsprechend hoch. Entweder den Site-Punkt auf NHN setzen, oder beim DEUKOS-Export "lokale Höhe" wählen (Erdgeschoss = 0).

Tipp aus der Praxis

Bei großen Bereichen (mehr als ein Häuserblock) das LoD2 als Verknüpfung in einer eigenen Revit-Datei halten und dann verlinken. So bleibt das Hauptmodell schlank, und der Stadtkontext kann unabhängig aktualisiert werden.

ArchiCAD, Vectorworks, Allplan

Der Workflow ist nahezu identisch. ArchiCAD importiert IFC nativ über Datei → Interoperabilität → IFC öffnen/zusammenführen und beherrscht den Site-Origin-Übergang ähnlich. Vectorworks und Allplan fahren ebenfalls IFC 4 sauber. Das Argument für IFC ist genau das: einmal exportieren, in jedem BIM-Programm einsetzbar.

Die einzige Software, die wir oft sehen wo IFC 4 noch nicht voll greift, ist SketchUp — dort empfiehlt sich der OBJ-Export aus DEUKOS, der ist visuell identisch.

Fazit

LoD2 in Revit ist kein Zufallsergebnis und kein Stunden-Projekt. Mit dem richtigen Zwischenformat (IFC 4) und einem klaren Site-Origin steht das Stadtmodell in 5 Minuten im Projekt — Vorentwurfs-tauglich, mit echten Bauteilen, mit echtem Höhenbezug. Voraussetzung ist, dass das LoD2 sauber aufbereitet ankommt. Genau dafür ist DEUKOS gebaut.

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