In Kürze
  • Was ist DGM1: Amtliches Höhenmodell mit 1-m-Raster, ± 15-30 cm Höhengenauigkeit, von der Vermessungsverwaltung gepflegt.
  • Problem: Direkt-Download liefert ein XYZ-Punktraster, ArchiCAD will einen Morph oder ein DXF.
  • Lösung mit DEUKOS: Den Bereich auswählen, als Geländekontur-DXF exportieren, in ArchiCAD als Morph einfügen — fertig.

Architektur ohne Topografie ist Gestaltung im Vakuum. Sobald die erste Skizze auf das echte Grundstück kommt, braucht man Höhen — wie tief die Strasse liegt, ob das Nachbarhaus über oder unter dem geplanten Erdgeschoss ankommt, wo der Wasserabfluss hinläuft. Das DGM1 (Digitales Geländemodell, 1-m-Raster) ist die Antwort der Vermessungsverwaltungen darauf: flächendeckend, regelmäßig aktualisiert, mit messtechnisch verlässlichen Höhen.

Der Haken: Was man bei den Geoportalen herunterlädt, sind XYZ-Textdateien mit Millionen Punkten. Bevor das in ArchiCAD nutzbar wird, braucht es ein paar Konvertierungs-Schritte. Wir zeigen den Weg, der nicht zur Tagesarbeit ausartet.

Was DGM1 enthält — und was nicht

DGM1 ist ein Bare-Earth-Modell: nur das Gelände, ohne Vegetation und ohne Gebäude. Datengrundlage ist Airborne Laser Scanning (LiDAR), bei dem die Vegetations- und Gebäudereflexionen aus der Punktwolke gefiltert werden. Was übrig bleibt, ist die Erdoberfläche, in 1-m-Schritten abgetastet, in einer regelmäßigen Matrix abgelegt.

Was DGM1 nicht ist: ein Bestandsmodell. Wer Bäume oder Bestandsbauten braucht, kombiniert DGM1 mit DOM (Digitales Oberflächenmodell, hier mit Vegetation) oder LoD2 (Gebäudekubaturen).

Drei Wege das Gelände in ArchiCAD zu bekommen

Weg 1 — XYZ-Import als 3D-Mesh

ArchiCAD beherrscht den Import von XYZ-Punkten direkt: Datei → Spezielle → 3D-Modell aus XYZ-Datei platzieren. Das funktioniert, hat aber zwei Tücken:

  1. Bei Bereichen über 200×200 m wird die Punktanzahl zur Geduldsprobe. ArchiCAD triangelt jeden Punkt — bei 40 000 Punkten dauert das 30+ Sekunden, bei 1 Mio. Punkten wird es unbenutzbar.
  2. Die echten UTM-Koordinaten landen 1:1 als interne Koordinaten — also Werte um 500 000 / 5 400 000 in Metern. Das verträgt sich nicht gut mit Bemaßungen und Schnittpfeilen.

Weg 2 — Höhenlinien-DXF als 2D-Lageplan

Klassischer Weg fürs Vorentwurfs-Lageplan: Höhenlinien (Isohypsen) im Abstand von 0.5 oder 1 m als DXF importieren, in ArchiCAD als 2D-Element auf einen eigenen Layer legen. Das gibt einen sauberen Lageplan, aber kein 3D-Gelände.

Weg 3 — DEUKOS Gelände-Patch als Morph (empfohlen)

Der Weg, der den geringsten Reibungsverlust hat: Bereich in DEUKOS auswählen, als 3D-Mesh (OBJ) oder als Geländeschnitt-DXF exportieren — ArchiCAD übernimmt das als Morph oder als Schnittlinien. Site-Origin lokal, Höhe wahlweise als NHN oder normalisiert auf 0 m.

Der Workflow Schritt für Schritt

  1. Bereich in DEUKOS abstecken. Adresse eingeben, Bereich auswählen. Empfehlung: ein Polygon oder Rechteck, das das Grundstück mit ~50 m Puffer umfasst — gibt genug Kontext für Schnittlinien, ohne dass das Mesh zu schwer wird.
  2. Geländekontur als OBJ oder DXF exportieren. Im Export-Modal "Gelände" wählen. OBJ liefert das 3D-Mesh mit ca. 1-m-Auflösung; DXF liefert Höhenlinien plus optional die Triangulationskanten als 3D-Polylinien.
  3. In ArchiCAD einfügen. Beim DXF: Datei → Interoperabilität → DXF/DWG einlesen, beim OBJ: Datei → Spezielle → Bibliothek-Element aus OBJ oder Datei → Zusammenführen → 3D-Modell.
  4. Als Morph konvertieren. Über das eingelesene Mesh: Bearbeiten → Reshape → In Morph konvertieren. Damit ist die Geländekontur nativ ArchiCAD-Geometrie und akzeptiert Schnitte, Höhenkoten, Booleans.
  5. Höhenkoten platzieren. ArchiCAD-Werkzeug "Höhenkote" auf dem Morph: zeigt automatisch die tatsächliche Z-Koordinate — bei DGM1 also die echte NHN-Höhe. Beim Vorentwurfs-Lageplan reichen 5-10 Koten für den Eckpunkten und an den Strassen.

Geländeschnitt zeichnen

Der Klassiker für die Bauvoranfrage: ein Geländeschnitt durch das Grundstück mit Bezug zur Strassenoberkante. Mit dem Morph ist das eine Zeile Arbeit:

  1. Schnittwerkzeug platzieren — Linie über das Grundstück durch den interessierenden Bereich
  2. Schnittansicht öffnen
  3. Höhenkoten setzen (Strassenmitte, Erdgeschoss-Niveau, höchster Punkt)

ArchiCAD zeigt die Schnittlinie automatisch in der Höhe wie sie das DGM1 vorgibt — keine manuelle Interpolation, keine Fehlerquelle.

Faustregel

Für Vorentwurf und Bauvoranfrage genügen Bereiche von 100×100 m bis 500×500 m. Größer wird das Mesh schwer und das Modell unhandlich. Wer einen Stadtteil betrachten will, exportiert lieber zwei oder drei Patches und verlinkt sie als Hotlink-Module.

Häufige Fragen

Was ist mit DGM1-Daten direkt aus dem Geoportal?

Möglich, aber zeitaufwendig. Allein die Kacheln zu identifizieren, die das Grundstück abdecken, dauert in den meisten Geoportalen 10-20 Minuten (Tile-Indices verstehen, Koordinaten konvertieren). Dann Konvertierung XYZ → Mesh, Koordinatentransformation, Triangulation. Realistischer Aufwand: 1-2 Stunden je Bereich. DEUKOS macht das einmalig zentral und liefert das fertige Patch.

Reicht DGM1 oder brauche ich DGM0.5 / DGM0.25?

Für Vorentwurf, Bauvoranfrage und Massenermittlung reicht DGM1 fast immer. DGM0.5 (50-cm-Raster) gibt es nur in einzelnen Bundesländern und nur in Teilbereichen. DGM0.25 ist meist proprietär. Für Hochpräzisionsanwendungen bleibt das amtliche Aufmaß durch einen ÖbVI Pflicht.

Funktioniert das auch in Vectorworks oder Allplan?

Ja. Vectorworks importiert OBJ als Mesh oder DXF als Höhenlinien — mit Geländemodell-Werkzeug konvertieren. Allplan dito; dort heißt das Werkzeug "Geländedaten konvertieren". Die Logik bleibt identisch.

Fazit

Topografie ist die unsichtbare Grundlage jedes guten Entwurfs. Wer sie richtig zur Hand hat, gewinnt nicht nur Zeit, sondern auch Verlässlichkeit bei Höhen und Schnitten. DGM1 ist die Datenbasis dafür — sauber aufbereitet kommt sie in 5 Minuten in ArchiCAD und ist sofort einsatzbereit.

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