In Kürze
  • Problem: IFC-Imports aus Vermessungsbüros oder GIS-Tools landen in ArchiCAD als Mesh-Wurst — keine getrennten Bauteile, keine Materialien, keine Snap-Punkte.
  • Folge: 2-3 Stunden Aufräumen, bevor man überhaupt anfängt zu planen.
  • Lösung: Ein IFC, das von Anfang an als IfcWall, IfcSlab, IfcRoof mit Materialien geschrieben ist. Importieren — und arbeiten.

Vor ein paar Jahren habe ich einen Lageplan für einen Wettbewerb gebraucht. Eine Standard-Anfrage: zwei Häuserblocks in Düsseldorf, Gebäude rundherum, Höhen stimmend. Ich rufe beim Vermesser an, der schickt mir freundlicherweise einen IFC-Export seiner Daten. Ich öffne die Datei in ArchiCAD — und sehe ein einziges, unstrukturiertes Dreiecksnetz. Ein Mesh. Wände, Dächer, Gelände, alles in einem Layer, in einer Farbe, ohne Bauteilstruktur.

An dem Nachmittag habe ich nicht geplant. Ich habe Wände nachgezeichnet, Dachflächen neu modelliert, Materialien zugewiesen, das Gelände als Mesh aus Vermessungspunkten neu aufgesetzt. Nach zwei Stunden hatte ich ein arbeitsfähiges Modell — aus etwas, das ich technisch „schon hatte“.

Warum kommt es überhaupt zu diesem Dreiecks-Salat?

Das Problem liegt in der Pipeline. Wenn IFC aus einer GIS- oder Vermessungs-Welt kommt, wird typischerweise so konvertiert:

  1. Vermessungsdaten oder CityGML werden zu einem Triangle-Mesh trianguliert
  2. Dieses Mesh wird als einziger IfcGeometricSet oder generischer IfcProxy ausgeschrieben
  3. Materialien werden nicht zugewiesen, weil sie in der Quell-Pipeline nicht existieren
  4. Der Site-Origin steht oft auf dem absoluten UTM-Koordinatenpunkt — das Modell landet 500 km neben dem Projektursprung

Technisch ist es ein IFC. Inhaltlich ist es eine Dreiecks-Suppe. ArchiCAD kann mit so etwas wenig anfangen — und der Architekt erst recht nicht.

Wie DEUKOS das anders macht

Als ich DEUKOS gebaut habe, war das der eine Punkt, den ich von Anfang an lösen wollte. Der IFC-Export geht nicht über Triangulation, sondern direkt von den amtlichen Daten zu IFC-Bauteilen:

Das Ergebnis ist ein IFC, das sich in ArchiCAD nicht wie ein importiertes Fremdmodell anfühlt, sondern wie ein nativer Bestand.

Mein Workflow heute — in unter 5 Minuten

  1. Adresse eingeben. In der DEUKOS-Karte tippe ich die Bauadresse ein. Die Umgebung kommt sofort als 3D-Modell hoch.
  2. Bereich aufziehen. Mit dem Bereichs-Werkzeug ziehe ich ein Rechteck um das Grundstück und die relevanten Nachbargebäude. Typisch sind 200 × 200 m.
  3. IFC exportieren. Im Export-Dialog wähle ich „3D-Modell für ArchiCAD & Revit“. DEUKOS rechnet im Hintergrund, ich bekomme das IFC nach 1-2 Minuten.
  4. In ArchiCAD verknüpfen. Ablage → Interoperabilität → IFC öffnen/zusammenführen, Datei wählen, fertig. Die Bauteile sitzen am Projektursprung, Wände sind grau, Dächer rot, Gelände-Nutzungen sind eingefärbt nach Flächentyp.
  5. Planen. Schnitte erzeugen, Ansichten ableiten, Massen ermitteln, eigene Gebäude einsetzen. Kein Aufräumen, keine Material-Bastelei, keine Site-Korrektur.

Was ich heute mache, wenn jemand mir einen IFC schickt

Ich rede ehrlich mit dem Kollegen. Wenn ich einen IFC aus einer Vermessungs- oder GIS-Pipeline bekomme, frage ich zuerst, was drin ist — getrennte Bauteile oder Mesh? Bei Mesh weise ich höflich darauf hin und schlage vor, dass wir den Stadtkontext aus DEUKOS holen und seine spezifischen Aufmasspunkte separat als DWG/DXF einbinden. Das spart beiden Seiten Stunden.

Für jeden, der ArchiCAD oder Revit nutzt und regelmäßig Umgebungsmodelle braucht, ist der Unterschied der ganze Punkt. Nicht die IFC-Datei selbst — das ist nur das Transportformat. Sondern was am anderen Ende rauskommt: ein Modell, mit dem man sofort weiterarbeiten kann.

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